Pressegespräch: Herr Dunger, Dr. Polley, Herr Funk, Herr
Schirmbeck, MdB, Dr. Wendisch (Foto Encke AFZ/Der Wald)
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat e.V. (DFWR) und die
Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) stellten am
9.10.2009 gemeinsam mit dem von Thünen-Institut (vTI) auf
einer Informationsveranstaltung in Frankfurt am Main die
Ergebnisse der Inventurstudie 2008 vor.
Die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz (BMELV) initiierte und in Auftrag
gegebene und vom Institut für Waldökologie und
Waldinventuren im Johann Heinrich von Thünen-Institut
durchgeführte Inventurstudie 2008 zieht eine Zwischenbilanz
zur Bundeswaldinventur. Die Aufnahmen für die
Inventurstudie 2008 erfolgten auf einem systematischen
Rasternetz mit einer Rasterweite von 8 km (basierend auf
dem 4 km x 4 km-Grundnetz der Bundeswaldinventur). Auf der
mit über 100 Personen gut besuchten Veranstaltung waren
zahlreiche Akteure der bundesdeutschen Forst- und
Holzwirtschaft und des Naturschutzes vertreten.
Präsident Georg Schirmbeck, MdB (Foto Krauhausen HZBL)
Positive Zwischenbilanz in der Waldentwicklung:
Baumarten, Vorräte, Altersstruktur und Totholz in Deutschland
verbessern sich trotz gestiegener Holznutzungen deutlich. Die
Holzvorräte in den bundesdeutschen Wäldern stiegen seit der
Zweiten Bundeswaldinventur (Stichjahr 2002) um 8 m3/ha auf
mittlerweile durchschnittlich 330 m3/ha an. Mit diesem
Holzvorrat behaupten die deutschen Wälder ihren Spitzenplatz
in Europa. Der durchschnittliche Zuwachs liegt bei 11,1 m3/ha
und Jahr. Trotz der nachfragebedingt deutlich gestiegenen
Nutzungsmengen und trotz verheerender Stürme wie "Kyrill" im
Januar 2007 und "Emma" Ende Februar 2008 sind rund 10 % mehr
Holz zugewachsen als eingeschlagen wurden. "Damit ist das
wichtigste Kriterium der Nachhaltigkeit erfüllt. Sowohl die
Waldfläche als auch die Holzmenge haben sich in den letzten
Jahren vermehrt", so der Präsident des DFWR Georg Schirmbeck,
MdB.
Neben der Holzmenge verbesserte sich die ökologische
Qualität der Wälder, was in mehreren Punkten quantifiziert
werden kann. Der Nadelholzanteil ist um 2 %-Punkte weiter
zugunsten des Laubholzes gesunken. Die deutschen Wälder
bestehen nun aus 43 % Laub- und 57 % Nadelwälder.
Insbesondere konnten Buchenwälder weiter an Fläche
zunehmen. Ebenfalls maßgeblich hat sich der Anteil an alten
Laubwäldern erhöht. Auch der Totholzanteil, der als
wesentlicher Weiser für ökologisch gesunde und artenreiche
Wälder gilt, ist auf durchschnittlich 24 m3/ ha
(Aufnahmeschwelle = 10 cm Durchmesser) angestiegen.
Abteilungsleiter Dr. Wendisch BMELV (Foto Krauhausen
HZBL)
Die Ergebnisse der Inventurstudie 2008 zeigen, dass
alle Befürchtungen, die steigende Holznachfrage würde zum
Verlust von wertvollen Altbeständen, zu einer Zunahme von
Nadelholz und zu einem Entzug von Totholz führen, nicht
eingetreten sind. "Es ist durch diese amtliche Inventurstudie
bestätigt, dass die Vorwürfe der Naturschutzverbände völlig
haltlos sind. Unsere Waldwirtschaft ist ökologisch,
nachhaltig und dient dem Klimaschutz", sagte DFWR-Präsident
Schirmbeck.
Deutsche Wälder und Deutsche Forstwirtschaft einen
leisten wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.
Aufgrund der steigenden Holzvorräte binden die deutschen
Wälder Kohlendioxid und leisten damit einen wesentlichen
Beitrag zum Klimaschutz. Auch die verstärkte Holznutzung
bindet zum einen in langlebigen Holzprodukten Kohlendioxid
über einen langen Zeitraum, aber auch die energetische
Nutzung von Holz substituiert fossile Energieträger und
hilft damit Neuemissionen zu reduzieren.
Detaillierte Informationen sind den Vorträgen der
Referenten zu entnehmen und die AFZ/Der Wald berichtet in
ihrer Ausgabe 20/2009 über die Inventurstudie 2008.
Vorträge zum Download: