Integrierter Pflanzenschutz als Voraussetzung für stabile Wälder – DFWR veröffentlicht Positionspapier
Berlin, 18. März 2026 – In diesen Tagen kommen die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder im Rahmen der Agrarministerkonferenz (AMK) zusammen und befassen sich dabei auch mit zentralen Fragen des Pflanzenschutzes.
Gerade im Wald ist die Situation weiterhin angespannt: Klimawandelbedingte Extremereignisse sowie wiederkehrende Massenvermehrungen von Schadinsekten – insbesondere rindenbrütender Borkenkäfer – setzen die Wälder in Deutschland erheblich unter Druck. Der Schutz stabiler und funktionsfähiger Waldökosysteme ist jedoch eine zentrale Voraussetzung für Klimaschutz, Biodiversität und die nachhaltige Rohstoffversorgung.
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) unterstreicht vor diesem Hintergrund die besondere Ausgestaltung des integrierten Pflanzenschutzes im Wald. Dieser folgt einer klaren Prioritätenfolge aus Prävention, Monitoring sowie organisatorischen und mechanischen Maßnahmen.
Chemische Pflanzenschutzmittel kommen ausschließlich als zeitlich und räumlich eng begrenzte Ultima Ratio zum Einsatz – insbesondere bei der Polterbehandlung zur Eindämmung von Borkenkäferbefall. Voraussetzung für einen wirksamen und verantwortungsvollen Einsatz ist jedoch das Vorliegen regulärer, verlässlicher Zulassungen. Derzeitige Abhängigkeiten von Notfallzulassungen bieten keine ausreichende Planungssicherheit und erschweren einen vorausschauenden Waldschutz.
DFWR-Präsident Christian Haase erklärt dazu:
„Der integrierte Pflanzenschutz im Wald ist ein abgestuftes Gesamtkonzept mit klarer Priorität auf präventiven Maßnahmen. Damit er im Ausnahmefall wirksam greifen kann, brauchen wir jedoch rechtssichere und reguläre Zulassungen für gezielte Anwendungen wie die Polterbehandlung gegen Borkenkäfer. Dauerhafte Notfalllösungen können diese Planungssicherheit nicht ersetzen.“