Forst-Holz-Dialog 2026 behandelt zentrale Zukunftsfragen des Clusters
Im Mittelpunkt des jährlichen Forst-Holz-Dialogs am 14. Januar 2026 standen die Rohholzversorgung in Deutschland, die aktuelle wirtschaftliche Lage des Clusters Forst und Holz sowie die politischen Herausforderungen für die gesamte Wertschöpfungskette.
Impulse aus Wissenschaft und Praxis machten dabei deutlich, dass das Cluster zunehmend mit schwer lösbaren Zielkonflikten konfrontiert ist. Ein besonderer Fokus lag auf der EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) und ihren potenziellen Auswirkungen auf die Rohholzverfügbarkeit in Europa, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sowie die Stabilität der Lieferketten.
Christoph Ewers, Vize-Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), betonte: „Der Dialog hat gezeigt, dass die WVO in ihrer jetzigen Form nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Forstwirtschaft, sondern auch auf die Rohholzversorgung der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen hätte. Was wir brauchen, sind praxistaugliche, rechtssichere und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen, anstatt noch mehr Bürokratie.“
Auch aus Sicht der Holzwirtschaft bestätigte der Austausch die bisherigen Positionen. Jörn Kimmich, Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) und stellvertretender Sprecher der Plattform Forst & Holz, erklärte: „Die Diskussionen haben deutlich gemacht, dass ohne eine verlässliche Rohholzversorgung weder Klimaschutz noch Wertschöpfung funktionieren. Politik muss die gesamte Kette vom Wald bis zum Endprodukt mitdenken, wenn Holz seine Rolle als nachhaltiger Rohstoff erfüllen soll.“
Plattform Forst & Holz veröffentlicht Positionspapier
Im Vorfeld der Veranstaltung forderte die Plattform Forst & Holz mehr Risikovorsorge und eine bessere Krisenreaktion in der gesamten Wertschöpfungskette. Das verabschiedete Positionspapier beinhaltet beispielsweise Vorschläge für die Erfassung von Waldschäden durch Fernerkundung, benennt die notwendige Infrastruktur als einen zentralen Faktor in der Krisenbewältigung und schlägt die Etablierung von Bürgschaftsmodellen und Risikofonds vor. Zudem müssten die Strukturen und Kapazitäten entlang der Wertschöpfungskette gestärkt und Innovationen konsequent vorangetrieben werden.
Über die Plattform Forst & Holz:
Die Plattform Forst & Holz ist ein Zusammenschluss der Dachverbände Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) und Deutscher Holzwirtschaftsrat e. V. (DHWR) und vertritt die gemeinsamen Interessen des Clusters Forst und Holz als Wertschöpfungskette vom Wald bis zum Endprodukt. Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 181 Mrd. Euro, 128.000 Unternehmen und 1,1 Mio. Beschäftigten hat die holzbasierte Wertschöpfung einen hohen Stellenwert für die Wirtschaftskraft und die Beschäftigung in Deutschland und gilt als eine der Schlüsselbranchen, insbesondere im ländlichen Raum.
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