Seminarreihe: Alltagskommunikation im Forstbetrieb

Kommunikation nimmt im forstlichen Arbeitsalltag viel Zeit an Anspruch: laut einer nicht-veröffentlichten Studie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) wird fast ein Drittel (28%) der Arbeitszeit für externe Kommunikation aufgewendet. 70% der Befragten geben an, dass sich der Kommunikationsbedarf mit Waldbesuchenden und der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren erhöht hat.

Doch Kommunizieren will gelernt sein. Deshalb haben der Deutsche Forstwirtschaftsrat e.V. (DFWR) und die FVA ein Schulungskonzept für Forstleute und Waldbesitzende entwickelt. Von 2018 bis 2020 wurden bundesweit insgesamt 48 Schulungen mit mehr als 500 Teilnehmenden durchgeführt. Ziel war es, Forstleute als Kommunikatoren zu sensibilisieren. Denn gute Kommunikation mit BürgerInnen schafft Vertrauen und ist die Basis, um das Image der Forstbranche langfristig positiv zu prägen.

Nach dem Abschluss des Kooperationsprojektes im Dezember 2020 stehen nun die Materialien zum Seminar (Konzept, Programm, Unterlagen, etc.) und die sechs speziell geschulten Seminarleitungen zur Verfügung. Mehrere Landesforstverwaltungen haben bereits Interesse geäußert, das Konzept in ihren Fortbildungsprogramme aufzunehmen und das Angebot weiterzuführen.

Bei Interesse steht Ihnen die Geschäftsstelle des DFWR zur Verfügung.

Kontakt
Deutscher Forstwirtschaftsrat e.V.
Claire-Waldoff-Str. 7 | 10117 Berlin
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Tel: 030-31904560

Hier   gehts zum Projektflyer.
 
 
 
Weiterführende Informationen

Projekt: „Konzeption und Durchführung eines Qualifizierungsangebotes zur Alltagskommunikation im Forstbetrieb"
Ziel: Erstellen eines Seminarkonzeptes zur Alltagskommunikation im Forstbetrieb und anschließend Durchführung der Seminare
Partner: Deutscher Forstwirtschaftsrat e.V. (DFWR) und Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Förderprogramm: Nachwachsende Rohstoffe des BMEL, Förderschwerpunkt Information und Gesellschaftlicher Dialog zur Bioökonomie und Nachhaltigkeit
Laufzeit: 12/17 - 12/20
Bearbeitung: Torben Halbe (05/18 - 12/18), Judith Franzen (06/18 - 07/19), Lena Schröcker (08/19 - 12/20)

Verlauf
Das Projekt ist in zwei Phasen unterteilt:
In Phase 1 (Erstellung Seminarkonzept) wurde ein Seminarkonzept erarbeitet und in vier "Pilotseminaren" im Sommer 2018 getestet. Die Pilotseminare wurden durch BeobachterInnen von DFWR und FVA begleitet und durch Befragung der Teilnehmenden evaluiert. So wurde das Seminarkonzept laufend weiter angepasst.
Maßgeblich involviert in die Erarbeitung des Seminarkonzepts und der Durchführung der Pilotseminare war Auftragnehmerin Maren Schüpphaus. ExpertInnen der FVA brachten aktuelle wissenschaftliche Hintergründe und Grundlagen der Alltagskommunikation ein.
In Phase 2 (Durchführung eines Qualifizierungsangebots) wurden im Zuge einer Ausschreibung sechs erfahrene KommunikationsexpertInnen mit forstlichem Hintergrund für die Moderation der Seminare gewonnen. In einem Train-the-Trainer-Workshop wurden die neuen Seminarleitungen hinsichtlich des Seminarkonzeptes und der gewonnenen Erfahrungen aus Phase 1 geschult. Im Sommer 2019 begann die Durchführung des Qualifizierungsangebots. Deutschlandweit wurden insgesamt 48 zweitägigen Seminare mit bis zu 14 Teilnehmenden durchgeführt. 2020 mussten sowohl im Frühjahr als auch im Spätherbst einige Seminartermine aufgrund der akuten Pandemiesituation abgesagt werden, so dass die ursprünglich angepeilte Gesamtzahl an Seminaren in dieser Phase (60) nicht erreicht werden konnte.
In regelmäßigen Treffen der Seminarleitungen und der Projektgruppe wurden Erfahrungen aus den Seminaren ausgetauscht und die Rückmeldungen der Teilnehmenden eingearbeitet.
Nach Projektende steht das Seminarkonzept sowie dafür entwickelte Unterlagen nach Rücksprache mit der FNR zur Verfügung. Weil Kommunikation auch in Zukunft ein so entscheidendes Thema in der Forstbranche ist, ist gewünscht, dass die Schulungen etwa über Landesforstverwaltungen oder andere forstliche Institutionen weitergeführt werden.

Ziele
Kommunikation mit der Bevölkerung ist ein erheblicher Bestandteil des Arbeitsalltags von Forstleuten und Waldbesitzenden. Ziel des Vorhabens war die Entwicklung und Umsetzung einer Schulung, die Forstleute in alltäglichen Kommunikationssituationen stärkt. Das entwickelte Konzept verbindet Basiswissen der Kommunikationswissenschaft mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und einem Blick auf die Anwendung in der Praxis. Schließlich entstehen Stress und Konflikte oft aus dem Unverständnis für das Verhalten und die Wortwahl des Gegenübers. Mit Hilfe von Perspektivwechseln werden im Seminar darum Verständnis für Argumentations- und Sichtweisen der Waldbesuchenden entwickelt, um "auf Augenhöhe" erfolgreich in den Dialog treten zu können.
Das Seminar richtet sich vor allem an Revier-, Forstamts- und Betriebsleitungen aller Waldbesitzarten sowie an mit der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigtes Funktionspersonal. Durch eine Mischung der Teilnehmenden hinsichtlich Altersstruktur, Hierarchieebenen, Besitzarten, Funktionen und Bundesländern wird zusätzlich der Erfahrungsaustausch und die Netzwerkbildung gefördert.
 
Evaluierung
Die Ergebnisse einer Befragungen der Seminarteilnehmenden sprechen für sich: 91% empfehlen das Angebot weiter, 80% sehen einen hohen persönlichen und berufspraktischen Gewinn. Fast allen (90%) hilft das Seminar, Konfliktpotential mit Waldbesuchenden zu erkennen und besser damit umzugehen. Das Seminar vermittelt wichtige Anhaltspunkte zur Reflexion des eigenen Verhaltens im Umgang mit der Öffentlichkeit sowie für Perspektivwechsel, Umgang mit Emotionen und Vertrauensaufbau.