Wald und Wild

 

Wald erfüllt umfangreiche Nutz- und Erholungsfunktionen und ist gleichzeitig Lebensraum vieler Pflanzen– und Tierarten.
 
Zu den im und vom Wald lebenden Arten zählt auch das Wild, das fester Bestandteil der Waldlebensgemeinschaft ist. Die Ausübung der Jagd in unserer Kulturlandschaft unterliegt rechtlichen Maßgaben, die darauf ausgerichtet sind, einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu erhalten und dabei gleichzeitig sicherzustellen, dass die vom Wild verursachten Schäden ein vertretbares Maß nicht überschreiten.
 
Vielerorts zeigen jedoch die Erfahrungen, dass die von den Schalenwildarten (Rot-, Dam-, Sika-, Muffel-, Reh- und Gamswild) verursachten Schäden (Verbiss, Fege- und Schälschäden) waldbauliche Ziele (z.B. Wiederbewaldung, Waldumbau mit Naturverjüngung usw.) gefährden und teilweise unmöglich machen.
 
Vor dem Hintergrund der Folgen des Klimawandels für die Wälder und deren notwendige Anpassung an das sich ändernde Klima besteht die Notwendigkeit, überhöhte Schalenwildbestände dauerhaft auf ein waldverträgliches Maß hin zu regulieren. Es ist ein wesentlicher Baustein in diesem Kontext.
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat arbeitet in seinen Fachausschüssen an Lösungen, die sowohl Waldbesitzende als auch Jägerinnen und Jäger dabei unterstützen möchte, die Schalenwildbestände in Einklang mit den Erfordernissen zur Erhaltung des Waldlebensraumes zu bringen.

 

Die Positionen des DFWR für eine zeitgemäße Jagd, mit dem Ziel, Wald und Schalenwild in Einklang zu bringen, finden Sie hier.

 

 

 

Hinweise zur inhaltlichen Ausgestaltung von Jagdpachtverträgen

 

 

 

Wildschäden im WaldKonvention zur Bewertung von Wildschäden im Wald

Wildschäden sind meist die Folge von nicht an die örtlichen waldbaulichen Gegebenheiten und Erfordernisse angepasste Schalenwildbestände.

Eine Arbeitsgruppe im DFWR-Fachausschuss für Betriebswirtschaft (AfB) hat dazu 2013 eine Konvention zur Bewertung von Wildschäden im Wald erarbeitet. Sie dient als mögliche Berechnungsgrundlage für Entschädigungen. Im Schadensfall kann sie beispielsweise dazu beitragen, eine praxisnahe und vor allem gütliche Einigung zwischen Geschädigten und Ausgleichspflichtigen zu erreichen und damit Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Um die seitherige Entwicklung zu berücksichtigen, insbesondere Preise und Kosten zu aktualisieren, darüber hinaus aber auch eine Erweiterung des Kataloges einbezogener Baumarten vorzunehmen, wurde die vorstehende Konvention im Bereich von Verbiss-, Fege- und Schlagschäden (Teil A) überarbeitet. Zu einem späteren Zeitpunkt wird eine ebensolche Aktualisierung für den Bereich Schälschäden (Teil B) erfolgen.

Die Konvention trägt dazu bei, dass alle Beteiligten die Bedeutung und Konsequenzen von Wildschäden für den Wald bewusster wahrnehmen und den Jagdbetrieb darauf einstellen, um möglichen Schäden und Ersatzansprüchen vorzubeugen.

Teil A: Konvention zur Bewertung von Verbiss,-Fege- und Schlagschäden im Wald finden Sie hier (2021)

Teil B: Konvention zur Bewertung von Schälschäden (Bestandteil der Wildschadenskonvention) finden Sie hier (2013).

 

Ein Berechnungstool (Web-App) finden Sie hier.

 

 

 

 

 

Einen Beitrag zum Thema im Holz-Zentralblatt vom 19.02.2021 finden Sie hier.

Einen Beitrag zum Thema in der Allgemeinen Forstzeitschrift AFZ Der Wald finden Sie hier.

WDR 5 Quarks Beitrag zum Bundesjagdgesetz zum Nachhören finden Sie hier.