DFWR-Klimarechner

DFWR entwickelt frei verfügbares Berechnungstool für Forstbetriebe. Klimaschutzleistungen auf der Basis vorhandener Forsteinrichtungsdaten abschätzen.
 
Klimaschutz ist eine hochaktuelle Thematik, die in Gesellschaft und Politik fortwährend einen hohen Stellenwert besitzt. Durch die Fähigkeit von Bäumen, der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid zu entziehen und in Form von Kohlenstoff in der Biomasse zu binden, leisten Wälder einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Zudem trägt gerade ihre nachhaltige Bewirtschaftung zum Klimaschutz bei, da der gebundene Kohlenstoff über längere Zeit in Holzprodukten fixiert bleibt. Zuletzt entstehen durch die Verwendung von Holz Substitutionseffekte. Die Bedeutung der Forstwirtschaft und der nachgelagerten Holzverwendung wird im Gutachten „Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung“ der beiden wissenschaftlichen Beiräte für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz sowie für Waldpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verdeutlicht (Weingarten et al. 2016). Bezogen auf das Jahr 2014 wurde demnach die Gesamtemission Deutschlands durch den jährlichen Beitrag der Forstwirtschaft und Holzverwendung um 14 Prozent verringert. Die Senkenleistung der Forstwirtschaft wurde auch im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung aufgegriffen.
 
Um die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent zu vermindern, sind unter anderem im Sektor Forstwirtschaft Maßnahmen im Bereich Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder vorgesehen (vgl. BMUB 2016). Die Quantifizierung der Klimaschutzleistung von Wäldern wurde in zahlreichen Studien erforscht. Allerdings fehlte bisher ein robustes und leicht nachvollziehbares Kalkulationstool für den einzelnen Forstbetrieb, welches unmittelbar auf betrieblichen Daten, wie denen der Forsteinrichtung, aufbaut. Diese Lücke soll mit dem „Klimarechner DFWR“ geschlossen werden. Der DFWR-Klimarechner quantifiziert die Klimaschutzleistung von Forstbetrieben, indem die Speicherleistung des Wald- und des Holzproduktespeichers sowie die aus Holznutzung resultierenden stofflichen und energetischen Substitutionseffekte abgeschätzt werden. Das Berechnungstool ist frei zugänglich und kostenlos nutzbar.
 
Der Klimarechner wurde durch den Ausschuss für Betriebswirtschaft (AfR) des Deutschen Forstwirtschaftsrates entwickelt.
 
Den Klimarechner als Excell-Tool finden Sie hier: Klimarechner-DFWR
 

Eine genaue Erläuterung zum Klimarechner finden Sie hier

 

 

 
 

Positionspapier zum Naturkapital Deutschland TEEB DE

Positionspapier des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V. zum Entwurf (Stand: 01.02.2017) des Synthese-Berichtes „Werte der Natur aufzeigen und in Entscheidungen integrieren – eine Synthese" der Initiative Naturkapital Deutschland – TEEB DE

Das internationale Forschungsvorhaben „TEEB" (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) wurde im Jahr 2007 von der Europäischen Kommission unter der Schirmherrschaft des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen initiiert. Es hat zum Ziel, den ökonomischen Wert von Ökosystemleistungen und Biodiversität aufzuzeigen und somit auch die Kosten des globalen Biodiversitätsverlustes offenzu-legen. Vorhandenes Wissen soll in einer Synthese zusammengefasst, für unterschiedliche Nutzergrup-pen aufbereitet und aktiv verbreitet werden.

Seit 2012 lief dazu unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) eine vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Auftrag gegebene nationale Initiative mit der Bezeichnung „Naturkapital Deutschland – TEEB DE".

Am 06.02.2017 tagte in Berlin die Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) des Vorhabens Naturkapital-Deutschland-TEEB DE, um den Synthesebericht „Werte der Natur aufzeigen und in Entscheidungen integrieren – eine Synthese" final abzustimmen. Der DFWR war mit einem Mitarbeiter vertreten.

Am 01.03.2017 übergab der DFWR der am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ an-sässigen Studienleitung „Naturkapital Deutschland – TEEB DE" die nachfolgende Stellungnahme, die auf einer umfangreichen DFWR-Mitgliederbeteiligung basiert.

Stellungnahme

Bewertung des Kabinettbeschlusses zum Klimaschutzplan

Der „Klimaschutzplan 2050“ soll die deutsche Langfriststrategie zur weitgehenden Treibhausgasneutralität bis 2050 und zur nationalen Umsetzung des in 2015 erzielten internationalen Übereinkommens zum Klimaschutz von Paris (COP 21) beschreiben.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) entwickelte hierfür einen Hausentwurf (Stand: 06.09.2016), der im Rahmen eines bis zum 30.09.2016 befristeten öffentlichen Beteiligungsverfahrens zur Diskussion gestellt und auch mit einer Stellungnahme des DFWR (siehe unten: „POSITIONSPAPIER ZUM „KLIMASCHUTZPLAN 2050“ DER BUNDESREGIERUNG“) kritisch gewürdigt wurde.

Am 14.11.2016 veröffentlichte sodann das BMUB den überarbeiteten „Kabinettbeschluss zum Klimaschutzplan 2050“, den die Bundesumweltministerin bereits auf der 22. UN-Klimakonferenz (COP 22) in Marrakesch vom 07. bis 18.11.2016 präsentierte.

Nach einer intensiven Prüfung dieses Dokumentes kann der DFWR konstatieren, dass viele (nicht alle!) unserer Anregungen umgesetzt und zahlreiche Kritikpunkte geheilt wurden.

Die detaillierte Bewertung des Kabinettbeschlusses zum Klimaschutzplan können Sie hier herunterladen.

Positionspapier zum „Klimaschutzplan 2050“ der Bundesregierung

Unter der Federführung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) möchte die Bundesregierung mit dem „Klimaschutzplan 2050 – Klimaschutzpolitische Grundsätze und Ziele der Bundesregierung“ (KSP) ein Leitbild und einen Maßstab für die Identifikation und Ausgestaltung der deutschen Klimaschutzstrategien und Klimaschutzmaßnahmen schaffen, um zur Erlangung der von den UN-Klimakonferenzen definierten globalen Klimaschutzziele erfolgreich beizutragen.

Auf der Grundlage des BMUB-Hausentwurfes vom 06.09.2016 wurden die Fachverbände zur Stellungnahme aufgefordert.

An der am 27.09.2016 erfolgten Verbändeanhörung bekam der Deutsche Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) vom BMUB kein Rederecht eingeräumt.

Zum 30.09.2016 übergab der DFWR dem BMUB fristgerecht seine nachfolgende Stellungnahme, verbunden mit der Hoffnung, dass die Stimme der deutschen Forstwirtschaft in den abschließenden Abstimmungen der Bundesressorts Beachtung findet.

Das vollständige Positionspapier des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V. zum „Klimaschutzplan 2050“ der Bundesregierung können Sie hier herunterladen.