Internationaler Tag des Waldes wird 50

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Die Bedeutung der Wälder mit Ihren vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft und eine lebenswerte Zukunft ist so groß wie nie zuvor!“

 

                                                  

         Berlin, 18. März 2021. Am Sonntag (21. März) begehen wir zum 50ten Mal den internationalen Tag des Waldes, den die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in den 1970er Jahren als Reaktion auf die globale Waldvernichtung ins Leben gerufen hat. „Mit den Auswirkungen des Klimawandels der letzten drei Jahre spüren wir eine weitere bedrohliche Dimension, die den Wald in Deutschland sowie Waldbesitzende und die Forstbetriebe besonders hart getroffen hat“, sagt Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR). Schirmbeck: “Die Gesellschaft muss den Klimaschutz strikter vorantreiben, auch um die Auswirkungen auf den Wald zu verringern. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, den Wald aktiv an den Klimawandel anzupassen. Mit der Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung besteht eine klare Alternative zu klimaschädlichen und energieintensiven Materialien und fossilen Energieträgern. Nur so kann ein Klimaschutzbeitrag für die Gesellschaft wirksam entwickelt und nachhaltig generiert werden. Dafür müssen wir heute die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung stärken.“

Der Tag des Waldes verdeutlicht die Bedeutung der Wälder als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sowie deren wirtschaftlicher, gesundheitlicher, kultureller und sozialer Nutzen für die Gesellschaft. Kein anderer Lebensraum ist so vielfältig und artenreich wie der Lebensraum Wald. Schon immer hat die Gesellschaft die Landschaft für Ihre Zwecke und Bedürfnisse beeinflusst, gestaltet und verändert. Der Wald als verschiedenartig strukturierte Kulturlandschaft prägt unsere Heimat und bildet die Grundlage für die Bewahrung der Biodiversität. Um das zu erhalten müssen wir unsere Wälder für die Zukunft widerstandsfähiger machen und die Anpassung an den Klimawandel ausbauen.

Unerlässlich für die Anpassung und den Erhalt unserer Wälder mit allen Leistungen sind dabei die Waldbewirtschaftenden, die derzeit besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die Extremereignisse zwischen 2018 und 2020 haben an Wald und Forstbetrieben einen volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von 13 Mrd. Euro verursacht, wie ein Expertenteam aus Forstwissenschaftlern, Praktikern und Verwaltung im Auftrag des DFWR ermittelt hat. Die ermittelten Schäden betrachten dabei lediglich die Schäden an der Ökosystemleistung Rohholzproduktion der multifunktionalen Forstwirtschaft in Deutschland, nicht jedoch wurden Schäden der weiteren Ökosystemleistungen, wie z. B. Biodiversität, Klimaschutz oder Erholungswert, bewertet. Da diese Ökosystemleistungen bisher von den Forstbetrieben überwiegend unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, bedürfen sie einer wirtschaftlichen Basis, welche bisher weitgehend die Rohholzproduktion darstellt. „Die Schäden treffen die Forstbetriebe in Deutschland in ihrer Substanz und werden die Forstwirtschaft in Deutschland noch auf Jahrzehnte beeinträchtigen“, betont der DFWR-Präsident. Die durch Bund und Länder im Rahmen verschiedener Soforthilfeprogramme zur Verfügung gestellten Mittel von bis zu 1,5 Mrd. Euro decken lediglich einen Bruchteil der entstandenen Schäden ab. Die Mittel stehen zudem nur bis Ende 2021 zur Verfügung und werden bei weitem nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, der sich aus Wiederbewaldung und der Anpassung der Wälder an den Klimawandel ergibt. Dafür benötigen die Forstbetriebe aber eine sichere ökonomische Grundlage.

Deshalb müssen jetzt verschiedene Maßnahmen ineinander greifen. Schirmbeck: “Einerseits ist das Förderinstrument der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) für die Forstbetriebe zur Schadbewältigung sowie für die Wiederbewaldung als ein wesentlicher Baustein deutlich zu verlängern und zu verstetigen, um die Waldbesitzenden und Forstbetriebe in dieser sehr schwierigen Phase zu unterstützen und ihnen den Erhalt des Waldes vor allem auch ökonomisch zu ermöglichen.“ Darüber hinaus müssen wir die ökonomische Grundlage der Forstbetriebe deutlich verbreitern. Sie benötigen neue wirtschaftliche Perspektiven. Voraussetzung dafür ist, dass die Leistungen der Forstbetriebe für die Daseinsvorsorge der Gesellschaft monetär anerkannt werden. Auf dieser Basis können neue Instrumente entwickelt werden, die die Leistungen der Waldbewirtschaftenden für den Klimaschutz und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen für die Gesellschaft honorieren. Die Klimaschutzleistung nachhaltig bewirtschafteter Wälder und die Nutzung von Holz steht dabei besonders im Fokus.

In diesem Zusammenhang fordert der Deutsche Forstwirtschaftsrat zeitnah eine flächenabhängige Klimaleistungsprämie für Waldbesitzende auf den Weg zu bringen. Die Klimaveränderungen wirken sich auf die Lebensbedingungen unserer Waldbäume aus. In diesem Zusammenhang haben nachhaltig bewirtschaftete Wälder und Holzprodukte eine elementare Bedeutung als Kohlenstoffspeicher. „Wir benötigen beide, auf dem Weg aus dem fossilen Zeitalter in ein Wald- und Holzzeitalter“, betont Schirmbeck.

Weitere Informationen:

Umfangreiche Informationen und Materialien zum Tag des Waldes stellt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization, FAO) in Englisch bereit unter: http://www.fao.org/international-day-of-forests/en/ .

DFWR-Bilanz zu den Waldschäden finden Sie hier.

 

Kontakt:
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Geschäftsführer Franz Thoma
Pressesprecher Sebastian Schreiber
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: 030-31904 560
Fax: 030-31904 564
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