IGW Digital 2021: Stilllegung ist keine Lösung!

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Die Klimaschutzziele der EU sind nur erreichbar, wenn wir Wald bewirtschaften und das Holz verwenden!“

                                                                                                                                        Berlin, 20. Januar 2021. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) beteiligt sich an der diesjährigen Internationalen Grünen Woche mit einem Webtalk unter dem Motto „Wald.Wandel.Gestalten: Gemeinsam für den Wald!“. Am Donnerstag, den 21. Januar ab 12.30 Uhr diskutieren die Bundestagsabgeordneten Isabel Mackensen, Alois Gerig und der Klimaforscher und Visionär Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung mit DFWR-Präsident Schirmbeck, wie das Erreichen der Klimaziele, Biodiversität und ein nachhaltig bewirtschafteter Wald zusammenpassen.

Mit der EU-Biodiversitätsstrategie stellt sich die Frage, ob dies der richtige Weg zur Erreichung der Klimaschutzziele ist. „Die Forderung der Biodiversitätsstrategie, mindestens 30 Prozent der Landfläche unter Schutz zu stellen und davon 10 Prozent streng zu schützen, wird die ambitionierten Klimaschutzziele der EU ausbremsen“, betont DFWR-Präsident Schirmbeck. „Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, dann müssen wir heute aus dem fossilen Zeitalter aussteigen. Dafür benötigen wir den nachwachsenden Rohstoff Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft!“, so Schirmbeck. Die Folgen des Klimawandels für den Wald sind komplex, aber auch die Ursache der selbstverständlichen Nutzung energieintensiv hergestellter Materialien und fossiler Brennstoffe.

Schirmbeck betont: Wir machen es uns als Gesellschaft zu leicht, wenn wir jetzt auf vermeintlich einfache Lösungen setzen und Wald stilllegen.“ Das wird den Klimawandel nicht aufhalten. Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass die Waldbesitzenden und Forstleute jeden Tag gefordert sind, um den Wald an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Dazu ist aktives Handeln notwendig, so wie es von vielen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz gefordert wird, und nicht der Glaube, dass das Klima durch Nichtstun gerettet werden könnte.

Der Klimawandel schreitet rasch voran und es besteht dringender Handlungsbedarf. „Deshalb ist es sehr verwunderlich, dass einerseits betont wird, dass uns beim Klimaschutz die Zeit davonläuft, sie aber in Bezug auf den Wald keine Rolle zu spielen scheint“, sagt Schirmbeck. Nicht nachvollziehbar sind aktuelle Bestrebungen, Waldwirtschaft offenbar nur noch unter dem einseitigen Primat der Naturschutzziele auszurichten. „Damit fahren wir die Waldwirtschaft sukzessive herunter und schalten sie langfristig ab“, erklärt Schirmbeck. Der Wald und seine nachhaltige Bewirtschaftung leisten jedoch einen starken Klimaschutzbeitrag. „Jedes Jahr vermeiden die wachsenden Waldbäume und das verwendete Holz bis zu 127 Mio. Tonnen CO2 allein in Deutschland. „Jeder Prozentpunkt stillgelegter Waldfläche führt zu steigenden CO2-Emissionen in der Bundesrepublik. Im schlimmsten Fall um bis zu 14 Prozent jährlich! So erreichen wir weder die Klimaschutzziele in Deutschland noch in Europa!“, betont Schirmbeck.

Deshalb fordert der DFWR, dass nationale und internationale Strategien und Politiker mit Bezug zum Wald sich nicht nur einen Aspekt herausgreifen dürfen. Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Dimensionen der Nachhaltigkeit ausgewogen in den Blick nimmt, stärkt eine nachhaltige Waldwirtschaft. Das bedeutet neben dem Schutz der Arten zum Beispiel auch die Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und die Bewahrung von Wald-Destinationen für den Tourismus. Schirmbeck: „Wir dürfen die hohen Standards der Waldwirtschaft in Deutschland nicht immer nur nach oben schrauben, sondern müssen den Waldbesitzenden und Forstleuten einen dafür notwendigen Ausgleich honorieren."

DFWR-Präsident Schirmbeck gibt zu bedenken: „Was haben wir für den Klimaschutz erreicht, wenn wir in Deutschland künftig kein Holz mehr ernten und sich die Produktion in Länder verlagert, die deutlich geringere Standards haben?“

Weitere Informationen:

DFWR-Webtalk "Wald.Wandel.Gestalten: Gemeinsam für den Wald!“

 

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Pressesprecher Sebastian Schreiber
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