Nationaler Waldgipfel

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Es ist Zeit anzupacken!“

Berlin 26. September 2019: Bundesministerin Julia Klöckner hatte gestern (Mittwoch 25.9.) Fachleute, Wissenschaftler und Entscheidungsträger aus Bund und Ländern angesichts der aktuellen Waldschäden zum Nationalen Waldgipfel nach Berlin eingeladen. Bereits das Klimakabinett unterstrich in der vergangenen Woche in seinem Klimapaket, dass die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und die Holzverwendung ein enormes Klimaschutzpotenzial haben. „Dieses Potential müssen wir jetzt heben“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates im Rahmen des Nationalen Waldgipfels.

Schirmbeck wies darauf hin, dass ohne die Klimaschutzfunktionen des deutschen Waldes und des nachwachsenden Rohstoffes Holz die Klimaziele der Bundesregierung nicht zu erreichen sind. Der aktuelle Bericht des Weltklimarates lässt keinen Zweifel, dass wir schnell Maßnahmen für mehr Klimaschutz ergreifen müssen.

Die von Bundesministerin Klöckner bereitgestellten 547 Mio. Euro sind ein erster, wesentlicher Schritt. „Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald haben zwischenzeitlich enorme Schaddimension erreicht und wir müssen befürchten, dass sich die Situation weiter verschärft“, betonte Schirmbeck. Aktuelle Zahlen des BMEL beziffern die Schadfläche mittlerweile auf 180.000 Hektar, so viel wie zweimal die Fläche Berlins. „Mit der Schadholzmenge von 105 Mio. Kubikmeter Holz können bis zu fünf Mio. LKW beladen werden, die hintereinander gereiht zweieinhalb Mal um den Globus reichen“, erklärte Schirmbeck.

Schirmbeck: „Wieweit die von Bund und Ländern zur Verfügung gestellten Mittel reichen wird die Zeit zeigen. Klar ist: je länger wir die dringend notwendigen Aktivitäten hinauszögern, umso teurer werden die notwendigen Maßnahmen.“ Vor diesem Hintergrund betonte Schirmbeck, dass es jetzt einer klugen und langfristigen Strategie bedarf, deren Finanzierung auch in künftigen Haushalten sichergestellt werden muss! Der Klimawandel und die Anpassung der Wälder werden Waldbesitzende und Forstleute noch Jahrzehnte beschäftigen. Sie stehen vor einer Generationenaufgabe, bei der sie unterstützt werden müssen!

Die zwei Millionen privaten, staatlichen und kommunalen Waldbesitzenden benötigen kurzfristig klare Aussagen der öffentlichen Hand, ob sie auf eine entschiedene unbürokratische Unterstützung vertrauen können. „Besonders die 96,5 Prozent kleinen Privatwaldbesitzer müssen motiviert werden ihre Wälder klima- und standortgerecht wieder zu bewalden, nach dem ihre finanziellen Reserven aufgezehrt sind“, betonte der DFWR-Präsident.

Schirmbeck erklärte, dass jetzt Bund und Länder gefordert seien zweckmäßige Maßnahmen auf die Fläche zu bringen. „Es ist Zeit anzupacken“, betonte der DFWR-Präsident.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat machte Vorschläge, wie den betroffenen Waldbesitzenden rasch geholfen werden kann.

Dazu zählen die Abschaffung des Grundbeitrages der Berufsgenossenschaft sowie die Abschaffung der Beitragspflicht für Forstflächen durch die Wasser- und Bodenverbände. Schirmbeck: “Diese beiden Maßnahmen sind kurzfristig möglich und entlasten vor allem die Kleinprivatwaldbesitzer, die wir in dieser schwierigen Zeit nicht verlieren dürfen!“

Mit Blick auf die Kleinprivatwaldbesitzenden schlägt der DFWR weiter vor, dass der Staat vor dem Hintergrund eines kollabierten Holzmarktes die Kosten für die Schadholzräumung übernimmt. Viele Waldbesitzenden haben keine Reserven mehr die Wiederbewaldung zu stemmen, deshalb muss auch sie komplett getragen werden, damit der Umbau in klimastabile standortgerechte Mischwälder nicht ins Stocken gerät. Vor diesem Hintergrund appellierte Schirmbeck an Bund und Länder. „Einige Länder müssen jetzt dringend ihre Förderpraxis überdenken und sie so gestalten, dass die bereitgestellten Mittel auch zeitnah abfließen können“, betonte Schirmbeck.

Kein Mischwald ohne angepasste Schalenwildbestände. Deshalb bittet Schirmbeck Bund und Länder, dort wo es Probleme gibt, auf die unteren Jagdbehörden einzuwirken, damit der neue Wald eine Chance hat zu wachsen. „Wir können die Verbiss-Probleme nur gemeinsam mit den Jägern lösen“, sagte der DFWR-Präsident.

Wald und Holz haben ein enormes Klimaschutzpotenzial und binden jährlich 127 Mio. Tonnen. Sie reduzieren die Co2-Emissionen Deutschlands um 14 Prozent. „Bauen mit Holz ist die wirksamste Möglichkeit CO2 langfristig aus der Atmosphäre zu verbannen. Die öffentlichen Bauherren müssen sich beispielhaft verhalten und viel mehr in Holz bauen“, fordert der DFWR-Präsident.

Schirmbeck: „Wenn es richtig ist, dass Verschmutzer der Atmosphäre Zertifikate kaufen müssen, dann müssen Waldbesitzende, die die Luft, das Wasser und den Boden verbessern und zusätzlich ihre Wälder für Freizeit, Sport und Erholung öffnen, einen finanziellen Ausgleich für diese Ökosystemleistungen erhalten. Deshalb müssen wir jetzt auch im Rahmen des Zertifikatehandels daran arbeiten den Beitrag des Waldes zur Bindung von CO2 aktiv zu unterstützen und weiter Anreize für die Anpflanzung und Bewirtschaftung von Wäldern zu setzen.“

Eine erfolgreiche Forstwirtschaft und ein gutes Klima sind nur zu erreichen, wenn auf allen Ebenen in Aus- und Fortbildung investiert wird und die sachlich notwendigen Planstellen in Wissenschaft, Forschung und forstwirtschaftlicher Praxis geschaffen werden.

 

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

Kontakt:

Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.

Geschäftsführer Franz Thoma

Pressesprecher Sebastian Schreiber

Claire-Waldoff-Straße 7

10117 Berlin

Tel.: 030-31904 560

Fax: 030-31904 564

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Klimakabinett: Wald und Holz schützen das Klima!

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Nationaler Waldgipfel muss jetzt die Weichen für die Zukunft des Waldes und der Waldbesitzenden stellen!“

Berlin 25. September 2019: Bundesministerin Julia Klöckner hat für heute (Mittwoch) die Spitzen der Verbände von Forstwirtschaft, Holzwirtschaft, Jagd und Naturschutz zum Nationalen Waldgipfel nach Berlin eingeladen. Es geht jetzt um konkrete Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald. Insbesondere im Zusammenhang mit den Beschlüssen des Klimakabinett der Bundesregierung von letztem Freitag (20.09.) muss der Waldgipfel jetzt liefern.

Das Klimapaket weist auf das enorme Klimaschutzpotenzial durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und der Holzverwendung hin. „Das begrüßen wir ausdrücklich als einen wesentlichen ersten Schritt. Wenn wir die ambitionierten Klimaziele erreichen wollen, braucht es jetzt aber weitere Schritte und Maßnahmen, die dieses Potential und damit den Wald noch deutlicher fördern!“, betont Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates. Denn insgesamt bleibt das Klimapaket der Bundesregierung hinter den Möglichkeiten für einen wirksamen und dringend notwendigen Klimaschutz zurück. Umso wesentlicher ist es jetzt eine umfassende und langfristige Finanzierung zum Erhalt des Klimaschutzbeitrages durch den Wald zu erreichen," betont der DFWR-Präsident. Allein die Anpassung der Wälder an den Klimawandel wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Insgesamt umfasst das Klimaschutzpaket allein für die nächsten 4 Jahre rund 54 Milliarden Euro. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat fordert deshalb ein deutliches Zeichen und finanzielle Unterstützung von Seiten der Bundesregierung aus dem Topf des Klimaschutzpakets. Geld aus der CO2-Bepreisung für den Klimaschützer Wald und seine Bewirtschafter muss grundsätzlich zur Verfügung stehen. Auch im Hinblick auf die Honorierung der vielfältigen Ökosystemleistung. Darüber hinaus muss jetzt auch weitergedacht werden, im Rahmen des Zertifikatehandels den Beitrag des Waldes zur Bindung von CO2 aktiv zu unterstützen und Anreize für die Anpflanzung und Bewirtschaftung von Wäldern zu setzen.

In Zusammenarbeit mit den Bundesländern gilt es finanzielle Hilfen schnell und unbürokratisch den Waldbesitzenden zur Verfügung zu stellen. „Zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland benötigen jetzt klare Aussagen der öffentlichen Hand, ob sie auf eine entschiedene unbürokratische Unterstützung vertrauen können“, betont Schirmbeck. Besonders die kleinen Privatwaldbesitzer müssen motiviert werden Ihre Wälder klima- und standortgerecht wieder aufzuforsten. Schirmbeck „Bund und Länder müssen die Kosten der Schadholzräumung in nennenswerten Umfang übernehmen, bzw. für die Wiederbewaldung zu 100 Prozent tragen.“

Gemischte, bunte und klimastabile Wälder sind das Ziel, das wir jedoch nur mit angepassten Wildbeständen erreichen. Die Voraussetzungen dafür sind zu schaffen.Wir müssen jetzt die Weichen stellen für den Erhalt einer breiten Baumartenpalette und offen sein für klimaresistente Baumarten, auch aus nicht heimischen Herkünften“, so Schirmbeck. Schließlich gilt es das Bauen mit Holz zu fördern, um mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz zur langfristigen Bindung von CO2 beizutragen sowie energieintensive Materialien wie Alu, Stahl und Beton und fossile Brennstoffe klimafreundlich zu ersetzen.

Die Forstwirtschaft hat den Klimawandel nicht verursacht, leidet aber darunter. Deshalb muss jetzt gehandelt werden! Je länger wir die dringend notwendigen Aktivitäten hinauszögern, umso teurer werden die notwendigen Maßnahmen. Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz und wesentliche Grundlage für eine nachhaltige Zukunft!

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

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Ohne Waldbewirtschaftung setzen wir unsere Zukunft aufs Spiel!

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Wald und Holz schützen unser Klima!“

Berlin 19. September 2019: Am morgigen Freitag will die Bundesregierung Beschlüsse fassen und Maßnahmen zur Erreichung Ihrer Klimaziele vorstellen. „Wir brauchen jetzt wirksame Klimaschutzmaßnahmen, um der Erderwärmung etwas entgegen zu setzen und unsere Wälder zu erhalten“. „Uns läuft die Zeit davon. Die Folgen des Klimawandels verändern den Wald dramatisch mit Konsequenzen für unser Leben und unsere Zukunft“, sagt der Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck.

Bereits heute erzielen wir durch die Waldbewirtschaftung und anschließende Holznutzung einen enormen Klimaschutzbeitrag. „Diesen Klimaschutzbeitrag dürfen wir nicht in Gefahr bringen“, so Schirmbeck. Die gesteckten Klimaziele können nur mit einer Waldbewirtschaftung und der Bereitstellung des nachhaltigen Rohstoffes Holz erreicht werden. „Wald und Holz ist die Chance für den Klimaschutz“, betont Schirmbeck. „Wenn uns unsere Zukunft etwas wert ist, dann muss die Gesellschaft und die Politik jetzt handeln. Es wäre fahrlässig, wenn das Klimakabinett in Ihrem Gesamtpaket keine entsprechenden Maßnahmen zur Förderung der Waldbewirtschaftung und Waldbesitzenden mit aufnimmt“.

Aktive Waldwirtschaft und das Verwenden von Holz entlasten das Klima jährlich um 127 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Umso naheliegender ist es, bei der viel diskutierten CO2-Bepreisung den positiven Klimaschutzeffekt der Wald- und Holznutzung zu berücksichtigen und Maßnahmen zum Beispiel zum Walderhalt, Waldumbau und Wiederbewaldung daraus zu finanzieren, bzw. die Möglichkeit zu schaffen aus diesen Maßnahmen CO2-Zertifikate zu generieren.

Über 110.000 Hektar Wald sind in Folge des Klimawandels durch Sturm, Dürre und Schadorganismen verloren gegangen, die jetzt wiederbewaldet werden müssen. „Die Auswahl geeigneter Bäume, die klimastabile und resiliente Mischwälder hervorbringen, ist derzeit die größte Herausforderung“, betont Schirmbeck. Die Waldwirtschaft im Klimawandel ist besonders schwierig, weil es keine Patentrezepte und einfachen Lösungen gibt. „In der Folge des Klimawandels verschieben sich beispielsweise die natürlichen Verbreitungsgebiete der Baumarten im Bundesgebiet, so dass sich die Forstwirtschaft neu orientieren muss“, erklärt der DFWR-Präsident.

Schirmbeck: „Der Nationale Waldgipfel nächste Woche am 25. September wird zusätzlich zu den Ergebnissen des Klimakabinetts richtungsweisend für unsere Wälder und unsere Zukunft sein. Vor uns liegt eine Herkulesaufgabe, die mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Deshalb ist die Bundesregierung gefordert, vor allem eine langfristige Finanzierung für den Walderhalt und seine Klimaschutzleistung sicherzustellen“.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

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Chancen für den Wald im Klimawandel

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Wir brauchen jetzt klare Zusagen für Maßnahmen, Mittel und Unterstützung der Waldbesitzenden zum Walderhalt!“

Berlin 28. August 2019: Die Folgen des Klimawandels haben dem Wald in den letzten beiden Jahren schwere Schäden zugefügt, mit einem noch nicht absehbaren Ende dieser mittlerweile nationalen Katastrophe. Aufgrund der dramatischen Lage im Wald hat Frau Bundesministerin Julia Klöckner am Donnerstag (29.08.2019) zu einem Verbändegespräch eingeladen, um über Hilfsmaßnahmen des Bundes und der Länder zu informieren und jetzt erforderliche Handlungsschritte mit den Verbänden zu diskutieren. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat hat dazu ein umfassendes Maßnahmenpaket für den Walderhalt und Anpassung der Wälder an den Klimawandel vorgelegt. „Es ist mir sehr wichtig, dass jetzt notwendige Soforthilfemaßnahmen beschlossen werden und gleichzeitig eine langfristige Strategie zur zukunftsfähigen Waldentwicklung auf den Weg gebracht werden,“ betont DFWR-Präsident Georg Schirmbeck.

Der Klimawandel und die Schadverläufe im Wald nehmen an Dynamik zu und haben sich zu einer Herausforderung nationalen Ausmaßes entwickelt. Schirmbeck weist darauf hin, dass man sich jetzt nicht in Scheindebatten verlieren dürfe. „Der Wald leidet im Klimastress, weil auch wir als Politik und Gesellschaft es in den vergangenen Jahrzehnten nicht geschafft haben, dem Klimawandel etwas entgegen zu setzen! Die Politik muss jetzt ambitioniert für den Klimaschutz handeln und endlich wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen“, fordert Schirmbeck.

Unsere Wälder sind ein wichtiger Teil der Lösung im Klimaschutz und doch können sie allein uns nicht retten. Die Gesellschaft und die Politik müssen zwingend ihren Beitrag dazu leisten, den Wald als unverzichtbaren Bestandteil als Arten- und Klimaschützer, für den Boden- und Wasserschutz, als Lebens- und Erholungsraum sowie als Arbeitsplatz zu erhalten.

Eines wird bei der Betrachtung der Situation jedoch besonders deutlich: eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes und die Nutzung von Holz sind für den Klimaschutz in Deutschland unverzichtbar. Schirmbeck: „Wald und Holz gleichen bis zu 14 Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands aus und leisten damit einen enormen Klimaschutzbeitrag!“

„Die Forstwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung über den Generationenauftrag bewusst, den Wald mit seinen vielfältigen positiven Leistungen an die nächste Generation zu übergeben. Das bedeutet, dass wir heute verantwortungsvolle Entscheidungen treffen müssen, die einen Einfluss auf unsere Enkel und Urenkel haben. Jetzt Nichts zu tun und keine Entscheidungen zu treffen ist definitiv die schlechteste Lösung“, betonte Schirmbeck.

Schirmbeck betont außerdem, „es wird keine einfachen Lösungen und kein allgemeingültiges Klimawandel-Patentrezept für den Wald in Deutschland geben. Klimaforscher können für die nächsten Jahrzehnte ein breites Band an Szenarien liefern. Dennoch weiß niemand genau, welche Bäume in 200 Jahren in Deutschland noch wachsen können. Wir müssen unter anderem deutlich mehr in die Grundlagenforschung bezüglich klimaresilienter Baumarten und Waldwachstum investieren.“

Die sich abzeichnenden tiefgreifenden Folgen des fortschreitenden Klimawandels für den Wald sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Deshalb muss es auch im gesellschaftlichen Interesse sein, sich zu engagieren und die Waldbesitzenden und Forstleute aller Waldbesitzarten bei den Kosten für Wiederbewaldung, Waldpflege und die Entwicklung klimaresilienter Mischwälder zu unterstützen“, sagt der DFWR-Präsident. Neben den dringend notwendigen Sofortmaßnahmen für Schadholzentnahme, Holzlogistik und Vorbereitung der Wiederbewaldung geht es vor allem auch um die Einrichtung einer langfristigen Finanzierung von Maßnahmen, die die Wälder an den Klimawandel anpassen. Dazu könnten beispielsweise Mittel aus einer CO2-Bepreisung beitragen, die dem Klimaschützer Wald zu Gute kommen.

Bereits seit Jahrzehnten bauen Waldbesitzende und Forstleute die Wälder durch nachhaltige Waldbewirtschaftung in klimastabile Mischbestände um. Diese Aufgabe ist sehr komplex und kann aufgrund der langen Wachstumszeiträume von Bäumen mehrere Generationen in Anspruch nehmen. Schirmbeck hat großen Respekt vor den mutigen Entscheidungen und der Lebensleistung unserer Vorfahren. „Sie zu kritisieren bringt uns heute in der Debatte um die Zukunft des Waldes nicht weiter. Wir müssen in dieser Krise zielorientiert nach vorne blicken und an der Lösung arbeiten, die Wälder weiter an den Klimawandel anpassen und sie langfristig in stabile und gemischte Wälder umwandeln.“

Die Forstwirtschaft wird auch weiterhin die Entwicklung der Wälder hin zu klimastabilen Mischwäldern vorantreiben und damit an den Leistungen der letzten Jahrzehnte anknüpfen. Ausreichend qualifiziertes Personal ist für die anspruchsvolle Aufgabe des Waldumbaus und Waldpflege im Klimawandel essenziell. „Deshalb benötigen wir eine Einstellungs-, Ausbildungs- und Fortbildungs-Offensive für Forstpersonal!“. „Dazu benötigen wir umfassende Maßnahmen, von einem bundesweit funktionierenden Logistikkonzept, bis hin zu Absatz- und Verwendungsmöglichkeiten insbesondere für das Schadholz,“ sagt Schirmbeck.

Hinzu kommt die jagdliche Herausforderung für den Waldumbau. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Wiederbewaldung und die Fortsetzung des Waldumbaus hin zu klimaresilienten, naturnahen Mischwäldern sind angepasste Schalenwildbestände. „Dafür müssen jetzt jagdgesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden“, sagt der DFWR-Präsident.

 

Hier gehts zum DFWR-Maßnahmenpaket

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

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IPCC Sonderbericht: Wälder schützen das Klima

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Nachhaltige Forstwirtschaft leistet wesentlichen Beitrag negative Klimafolgen umzukehren!“

 

Berlin/Genf 08. August 2019: Vom 2.-6. August 2019 fand in Genf die 50. Plenarsitzung des Intergovernmental Panel on Climate Chance (IPCC) statt. Der Weltklimarat stellte heute einen neuen Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL) vor, der sich vor allem an politische Entscheidungsträger richtet.

„Der Bericht zeigt sehr deutlich, dass wir verantwortungsvoll mit unseren natürlichen Ressourcen insbesondere dem Wald umgehen müssen, wenn wir unsere Lebensgrundlage erhalten wollen“, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V.

„In Zeiten des Klimawandels kommt einer nachhaltigen und aktiven Forstwirtschaft in Deutschland eine ganz besondere Rolle zu, weil sie Teil der Lösung ist“, erklärt Schirmbeck. Global verlieren wir Wald, mit negativen Folgen für das Klima und die Gesellschaft. Im weltweiten Vergleich nimmt die Waldfläche in Deutschland kontinuierlich zu. „Damit steht es in unserer Verantwortung, als Vorbild voranzugehen und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz durch die nachhaltige Nutzung unserer heimischen Wälder und des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu leisten. Nur wenn wir den erneuerbaren Rohstoff Holz nutzen wird es außerdem gelingen, den Einsatz fossiler Brennstoffe zu verringern“, betont Schirmbeck.
Eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes in Deutschland ist für den Klimaschutz somit unverzichtbar. Wald und Holz leisten gemeinsam einen Klimaschutzbeitrag von 127 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr und gleichen damit rund 14 Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands aus.

Vor dem Hintergrund der aktuell bundesweit zunehmenden Klimaschäden am Wald forderte Schirmbeck die Bundesregierung auf, den Klimaschutz ernst zu nehmen und wirksame Maßnahmen auf den Weg zu bringen. „Der Wald ist unser wichtigster Verbündeter im Klimaschutz. Deshalb setzen Waldbesitzende und Forstleute alles daran, den Wald in seinem Bestand zu erhalten und an den Klimawandel anzupassen“, betonte Schirmbeck.

„Das ist eine Jahrhundertaufgabe für die Forstwirtschaft! Deshalb müssen wir darüber nachdenken, die Gesellschaft an den Kosten für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu beteiligen“, sagte Schirmbeck und schlägt unter anderem im Bundehaushalt ein neues Kapitel Wald vor, das aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung gespeist wird. Wir benötigen jetzt eine langfristige Strategie und Finanzierung zur Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel.

Schirmbeck: „Klimaschutz kostet Geld, aber nichts tun kostet die Zukunft!“

Masterplan für den Wald in Deutschland

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Der Krisengipfel für den Wald gehört ins Kanzleramt, um jetzt Taten folgen zu lassen!“

Berlin 02. August 2019: Gestern trafen sich auf Einladung des Sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt die Forstministerinnen und -minister aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen sowie Bundesministerin Julia Klöckner in Moritzburg bei Dresden, um sich über die bundesweit katastrophale Situation in den Wäldern zu beraten.

„Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die kritische Situation in den deutschen Wäldern ernst nimmt und jetzt Maßnahmen auf den Weg bringen möchte, um den Wald und seine Funktionen für die Gesellschaft und folgender Generationen zu erhalten“, sagt der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck. Er begrüßt den Masterplan, der in Moritzburg beschlossen wurde.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat hat in der letzten Woche in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel einen Krisengipfel für den Wald im Kanzleramt mit allen Ministerpräsidenten der Bundesländer gefordert. Die dramatische Situation, die wir im Moment erleben erinnert an das Waldsterben der 1980er Jahre. Mit dem Unterschied, dass heute die Einflussfaktoren auf den Wald weitaus komplexer sind und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald in der Politik und Gesellschaft immer noch nicht ernsthaft wahrgenommen werden. „Das müssen wir dringend ändern und dem Wald in der Krise die Aufmerksamkeit zuwenden, die er jetzt benötigt und verdient. Wir haben eine nationale Herausforderung. Der deutsche Wald ist systemrelevant und gehört ins Kanzleramt“, betont Schirmbeck.

Wir haben gegenüber den nachfolgenden Generationen eine große Verantwortung. Schirmbeck: „Deshalb müssen wir in einem ersten Schritt die entstandenen Waldschäden beheben und die Kahlflächen mit klimaangepassten Mischbaumarten wiederaufforsten. Das kostet Geld, aber nichts tun kostet uns die Zukunft!“

„Neben den Soforthilfemaßnahmen braucht der deutsche Wald eine langfristige Strategie, um aus den Krisenmodus zu kommen und die Wälder an den Klimawandel anzupassen“, betont Schirmbeck. Die Moritzburger Erklärung liefert dafür gute Ansätze. Diese herausfordernde Aufgabe der Schadensbeseitigung, Walderhalt und eines klimaangepassten Waldumbaus erfordert die Bereitstellung von erheblichen zusätzlichen Finanzmitteln über Jahre hinweg. Schirmbeck: „Und deshalb müssen wir weiterdenken. Die Maßnahmen und Unterstützung dürfen kein schnelles Verfallsdatum haben. Eine dauerhafte Einrichtung eines Risikofonds für die Forstwirtschaft, der aus der CO2-Abgabe gespeist wird, kann beispielsweise dazu beitragen, dass künftig Hilfe schneller im Wald ankommt und sich klimabedingte Schadereignisse für die Waldbesitzenden nicht existenzbedrohend aufschaukeln.“

Der Wald ist unser wichtigster Verbündeter für den Klimaschutz. Deshalb verdient er eine ernsthaftere und engagiertere Klimaschutzpolitik auf Bundesebene. „Das Klimakabinett muss endlich liefern damit die Gesellschaft ihren CO2-Fußabdruck verringert“, sagte Schirmbeck. Eins ist für den DFWR-Präsidenten klar: „Eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes ist für den Klimaschutz in Deutschland unverzichtbar“!

Die Moritzburger Erklärung finden Sie hier.