Wald in Not

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Zum Erhalt des Waldes benötigen wir Soforthilfen von zusätzlich mindestens 100 Millionen Euro Bundesmittel jährlich sowie gesetzliche Regelungen.“

Der Klimawandel und seine Folgen bedroht die deutschen Wälder zunehmend in ihrer Existenz. Waldbesitzende und Forstleute in Deutschland und ganz Europa bekommen die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar und immer stärker zu spüren.
„Die Forstwirtschaft macht sich Sorgen um den Wald. Das herrschende Klimaszenario könnte zum Verlust der Wälder und vertrauter Waldlandschaften führen. Und wir müssen uns darauf einstellen, dass die wertvollen Ökosystemfunktionen der Wälder in Mitleidenschaft gezogen werden“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates am Montag (8. April) in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern), im Rahmen der 69. Jahrestagung des forstlichen Dachverbandes.

Vom 7. bis 9. April diskutierten Forstleute und Waldbesitzende aus ganz Deutschland unter der Überschrift „Wald im Burnout - handeln und das Klima wandeln“, unter anderem mit den forstpolitischen Sprechern der Bundesregierung, was jetzt getan werden muss, um den Klimaschäden am Wald wirksam zu begegnen.
Als Reaktion auf die sehr kritische Lage fassten die Mitglieder des Deutschen Forstwirtschaftsrates Forderungen an die Politik in einer „Warnemünder Erklärung – Wald in Not“ zusammen. „Soforthilfen für den Wald und gesetzliche Regelungen werden darüber entscheiden, ob es uns gelingt, die Wälder vor den Klimafolgen wirksam zu schützen. Wenn wir unser Waldkulturerbe retten wollen, müssen Politik und Gesellschaft zudem ihre Anstrengungen für mehr Klimaschutz deutlich erhöhen“, betonte der DFWR-Präsident.

Warnemünder Erklärung – Wald in Not

1. Soforthilfen für die Bewältigung der Dürrefolgen im Wald bereitstellen!

Derzeit kämpfen Waldbesitzende und Forstleute in ganz Deutschland darum, den Wald in seinem Bestand zu sichern. Absterbende Bäume müssen gefällt und aus dem Wald abtransportiert, riesige Kahlflächen wieder aufgeforstet und vertrocknete Jungpflanzen ersetzt werden.

„Der Aufwand hierfür überschreitet das Normalmaß um ein Vielfaches und überfordert die Waldbesitzenden und Forstleute auf Jahre hinaus. Damit dürfen sie nicht allein gelassen werden. Deshalb sind Soforthilfen von zusätzlich mindestens 100 Millionen Euro Bundesmittel jährlich nötig, um die dringendsten Maßnahmen zum Walderhalt bewältigen zu können“, erklärte Schirmbeck.

2. Gesetzliche Regelungen zum Schutz des Waldes im Klimawandel auf den Weg bringen!

Die Erfahrungen bei der Bewältigung der aktuellen Krise zeigen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein effizientes Krisenmanagement nicht ausreichen.
Schirmbeck: „Wir brauchen deshalb gesetzliche Regelungen, die die für den Fortbestand unserer Wälder notwendigen Weichenstellungen umfassend und verbindlich regeln.“

Eckpunkte solcher gesetzlichen Regelungen müssen unter anderem sein:

➢ Einheitliche und permanente bundesweite Erfassung des Waldzustandes im Hinblick auf die Entstehung von Klimaschäden

➢ Aufbau eines bundesweiten Krisenmanagements

➢ Harmonisierung bestehender Vorschriften in verschiedenen Rechtskreisen (z.B. Verkehrs-, Steuer-, Beihilfe-, Forstschädenausgleichs-, Pflanzenschutz-, Umweltrecht) für den Krisenfall.

➢ Maßnahmen zur Krisenprävention (u.a. Förderung waldbaulicher Maßnahmen, Forschung, Forstpflanzenzüchtung, Aufklärung und öffentliche Information)
 

Weitere Informationen:

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

Kontakt:
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Geschäftsführer Franz Thoma
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: 030-31904 560
Fax: 030-31904 564
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Studie zur natürlichen Waldentwicklung in Deutschland

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Naturschutz im Wald braucht Verlässlichkeit“

 
Eine am Donnerstag (4. April) in Berlin veröffentlichte Untersuchung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) zeigt auf, dass 2,8 Prozent der deutschen Waldlfäche sich in natürlicher Entwicklung befinden. Die Bundesregierung formulierte in Ihrer Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt für den Lebensraum Wald das Ziel, dass bis 2020 der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung (NWE) fünf Prozent der Waldfläche betragen soll. Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates sagt: „Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderte Studie zeigt auf, dass die gesteckten Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie nur in Zusammenarbeit mit der deutschen Forstwirtschaft und den Waldbesitzenden erreicht werden können“. Schirmbeck mahnte in diesem Zusammenhang auch an, den Respekt im Umgang mit den Waldbesitzenden und Forstleuten zu wahren. Wir brauchen für den Naturschutz im Wald mehr Verlässlichkeit in die politischen Rahmenbedingungen und Akteure. „Dazu gehört auch, dass gegenüber der Forstwirtschaft getroffene Zusagen zu NWE-Kulisse und Wildnisgebieten eingehalten werden“, betonte der DFWR-Präsident.
 
DFWR-Präsident Schirmbeck rät aber auch zur Versachlichung der Diskussion. „Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als hätten wir nicht genug für die natürliche Waldentwicklung getan. Das greift eindeutig zu kurz, weil Naturschutz im Wald grundsätzlicher Bestandteil integrativer Waldbewirtschaftung ist. In der Studie selbst stehen jedoch nur Flächen im Fokus, die rechtsverbindlich und damit dauerhaft vor menschlicher Nutzung gesichert sind“, sagte Schirmbeck.
In Wäldern mit natürlicher Waldentwicklung finden weder forstliche Nutzungs- noch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen statt. Seit der Eröffnungsbilanz 2013 hat sich die Fläche mit NWE um 1.110 Quadratkilometer auf 2,8 Prozent der Gesamtwaldfläche erhöht. Die Forscher erwarten bis 2020 einen Anstieg auf drei Prozent und danach auf vier Prozent.
Die Studie habe aber auch gezeigt, dass es weitere potenzielle Flächen gibt, die bis auf den fehlenden formalen Schutzstatus die Eigenschaften einer NWE-Fläche hätten, beispielsweise an unzugänglichen Steilhängen. Schirmbeck: „Auch diese Wälder sind wertvoll und leisten einen wichtigen Beitrag für die Biodiversität, den wir in der Betrachtung nicht ausblenden dürfen. Jetzt komme es darauf an, den Waldbesitzenden Angebote auf Augenhöhe zu machen und finanzielle Anreize zu schaffen, um auch kleinere Flächen für die Erhaltung der Artenvielfalt zu sichern.
 
Weitere Informationen:
Vorhaben NWePP
Natürliche Waldentwicklung in Deutschland: Perspektiven und Potenziale für die Entwicklung eines kohärenten NWE-Systems (NWePP)
In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesrepublik Deutschland wird bis zum Jahr 2020 eine natürliche Waldentwicklung (NWE) auf fünf Prozent der gesamten Waldfläche bzw. 10 Prozent der öffentlichen Wälder angestrebt. Zur Versachlichung der Diskussion wurde 2013 in einem ersten Projekt (NWE5) eine belastbare Bilanz der bundesweiten NWE-Flächen sowie eine naturschutzfachliche und ökonomische Bewertung erarbeitet. Seit 2016 wird das Folgeprojekt NWePP vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt (NW-FVA) durchgeführt. Die Projektergebnisse beinhalten eine aktualisierte Bilanz der bundesweiten Flächen zur natürlichen Waldentwicklung sowie eine Analyse der Potenziale und Perspektiven für ihre Quantitative und qualitative Weiterentwicklung.
 
DFWR
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

Hilfe für den Wald im Klimawandel


Der Landkreis Osnabrück stellt dem Kreisforstverband 100.000 Euro zur Verfügung und ordnet zwei Förster aus der Kreisverwaltung zur Unterstützung des Forstamtsteams ab.
Landrat Dr. Michael Lübbersmann, Landkreis Osnabrück (im Bild links): „Schorse, wir helfen und helfen weiter.“
DFWR-Präsident Georg Schirmbeck: „Wirkliche Freunde helfen in der Not und berufen sich nicht auf bürokratische Zuständigkeitsfragen! Zur Nachahmung allen Politikern empfohlen.
Jetzt ist die Zeit zum Handeln!“

Veränderungen in Deutschlands größter Sportarena macht Forstleuten, Sportlerinnen und Sportlern Sorge.

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Die Waldbesitzenden und Forstleute arbeiten hart, damit sich die Menschen auch in Zukunft im Wald erholen können!“

DOSB-Präsident Hörmann:

„Wald und Forstwirtschaft sind für Sportdeutschland wertvolle Partner. Forstliche Aktivitäten sind eminent wichtig, um den wertvollen Sportraum Wald dauerhaft zu erhalten.“

Der Wald ist als Sport- und Erholungsraum für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung. „Wir machen uns Sorgen um den Wald“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) am Dienstag (19. März) im Tegeler Forst, bei einer gemeinsamen Pflanzaktion mit Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die Auswirkungen des Klimawandels mit Sturm, Dürre und Insektenbefall setzen dem Wald, aber auch Waldbesitzenden und Forstleuten zu. „Mit ihrer Arbeit setzen sie sich jeden Tag dafür ein, dass der Wald klimastabiler und widerstandfähiger wird“, betonte Schirmbeck. Die Pflanzaktion im Tegeler Forst ist eine von vielen bundesweit, die anlässlich des Internationalen Tages der Wälder am 21. März durchgeführt werden.

„Sport und bewegungsaktive Erholung im Wald haben für uns alle einen hohen Wert. Insbesondere für die Gesundheit und auch für den sozialen Zusammenhalt spielt die aktive Betätigung im Grünen eine große Rolle“, sagte Hörmann. Deshalb setzt sich der DOSB dafür ein, dass Sportdeutschland die Forstleute bei der Bewältigung der Folgen von Wetterextremen unterstützt – damit sie den Wald fit für den Klimawandel machen können. Schirmbeck: „Wir müssen mehr tun, um unser Klima zu schützen. Die Forstwirtschaft und der Sport leisten dafür wertvolle Beiträge.“ Jeder neugepflanzte Baum entzieht der Atmosphäre klimaschädliches Kohlendioxid und speichert es als Kohlenstoff im Holz. Das bei der Waldpflege geerntete Holz wird zu Holzprodukten weiterverarbeitet, wobei die Speicherleistung erhalten bleibt. „Wer sich ein neues Sportgerät zulegt, könnte zum Beispiel schauen, ob es davon eine Holzversion gibt, hergestellt mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Das ist bewusster und aktiver Klimaschutz, an dem sich jede und jeder beteiligen kann“, so Schirmbeck weiter.

„Die positiven individuellen und gesellschaftlichen Wirkungen von Sport im Wald sind enorm. Vor diesem Hintergrund fördern wir die Kooperation zwischen Sport- und Forstorganisationen und entwickeln erfolgreiche Formen gemeinsamen Handelns. Selbstverständlich werden wir auch den notwendigen Interessenausgleich zwischen Sport- und Forstorganisationen herbeiführen und gemeinsam mit dem DFWR diesbezügliche Herausforderungen, lösungsorientiert besprechen“, so Hörmann.

Die Flatterulmen für die Pflanzaktion im Tegeler Forst hat der Verband deutscher Forstbaumschulen e. V. (VDF) gestiftet. Die Flatterulme ist der Baum des Jahres 2019. Im vergangenen Jahr sind durch die Dürre bis zu 500 Mio. Pflanzen im Wald vertrocknet. „Die deutschen Forstbaumschulen unterstützen Waldbesitzende und Forstleute mit hochwertigem Pflanzgut, damit sie die Wälder an den Klimawandel anpassen können“, sagt Alain Paul der Geschäftsführer des VDF. „Die Forstbaumschulen sind wichtige Partner für die Forstwirtschaft, damit sie diese Jahrhundertaufgabe bewältigen können,“ betonte Paul.

Waldkulturerbe bereitet Sorgen

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Wir fordern eine wirksame Klimaschutzpolitik und die Beachtung der Potentiale einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für den Klimaschutz in entsprechenden Gesetzen.“

Die letzten Jahre sind die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 2018 war zudem eines der niederschlagsärmsten Jahre. Diese bereits spürbaren Klimawandelfolgen haben einen massiven Einfluss auf die Forstwirtschaft in Deutschland und ganz Europa. „Dürre und Hitze schwächen unsere Wälder und bieten gleichzeitig optimale Entwicklungsbedingungen für bekannte, aber auch neue Schadorganismen“, sagte Georg Schirmbeck am Tag des Waldes (21.3.) in Brandenburg im Rahmen einer Pflanzaktion mit Bundesministerin Julia Klöckner. Zudem setzten Sturm und Borkenkäfer den Wäldern erneut zu und bescherten der deutschen Forstwirtschaft ein Schadholzaufkommen von 32 Millionen Kubikmeter beziehungsweise 70 Millionen Kubikmeter im gesamten Wirtschaftraum von Deutschland und Nachbarländer. Der Schadholzanfall könnte sich 2019 nahtlos fortsetzen, falls sich die Prognosen bestätigen.  „Der Wald in Deutschland ist ein besonderes Kulturerbe, um das uns die Welt bewundert und den Waldbesitzende und Forstleute für die Gesellschaft seit Generationen pflegen. Dieses Kulturerbe ist in Gefahr und wir müssen heute alles daransetzen, dass wir es nicht verlieren“, betonte Schirmbeck. Die aktuelle Situation fordere ein hohes Engagement und den gesamten Sachverstand der Forstwirtschaft in Deutschland auf allen Ebenen heraus.

Den Umbau der Wälder in klimaflexible und anpassungsfähige Wälder treiben Waldbesitzende und Forstleute weiter voran. Das erfordere umfangreiches Fachwissen, waldbauliches Geschick, Geduld sowie finanzielle und personelle Ressourcen. „Dafür benötigt die Forstwirtschaft in Deutschland dringend ausreichend und gut ausgebildetes Personal, auskömmliche Rahmenbedingungen sowie eine engagierte Forstpolitik“, betonte Schirmbeck.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat fordere aber auch eine wirksame und zielgerichtete Klimaschutzpolitik und die angemessene Beachtung der Potentiale einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für den Klimaschutz in entsprechenden Gesetzen.

Das geplante Klimaschutzgesetz 2019 soll regeln, wie die Treibhausgasemissionen in einzelnen Sektoren reduziert werden kann, um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. Schirmbeck: „Damit eine nachhaltige Forstwirtschaft ihr CO2-Minderungspotenzial voll entfalten kann ist es unabdingbar, dass das neue Gesetz alle Belange einer solchen Bewirtschaftung vollumfänglich berücksichtigt. Die vorgesehene sektorale Betrachtung berücksichtigt dabei gerade nicht die Klimaschutzleistungen, die eine nachhaltige Forstwirtschaft über den Waldspeicher hinaus erbringt.“ Vielmehr müsse gesichert sein, dass die Leistung der Bewirtschaftung durch Zuwachs, Holzproduktespeicher und Substitution anderer Materialien, sowohl stofflich als auch energetisch, in der Gesamtheit anerkannt werde.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat setzt sich dafür ein, dass durch nachhaltige Waldwirtschaft die Wälder weiter stabil und klimaflexibel entwickelt werden und sie auch an die künftige Klimasituation angepasst sind. Die Waldbesitzenden und Forstleute beheben die durch den Klimawandel bedingten Schäden und bringen klimastabile Laub- und Nadelbaumarten ein, für einen gemischten, vitalen, zuwachsstarken und stabilen Wald für die kommenden Generationen.

„Der Wald erbringt für die Gesellschaft viele Ökosystemleistungen. Er schützt Wasser, Gewässer, Boden und Arten, er reinigt die Luft und ist Ort der Erholung. Deshalb ist für die Waldbesitzenden und Forstleute die Rettung der Wälder auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betonte Schirmbeck

Maßgeblich für den Erfolg, die Wälder an zukünftige Klimasituationen anzupassen sei eine finanzielle Förderung von Waldanpassungsmaßnahmen wie zum Beispiel Pflanzung klimaplastischer Baumarten, Pflege von Jungbeständen, Erschließung der Wälder. Ebenso notwendig sei eine flächendeckende Beratung der Waldbesitzenden und die Betreuung von Kleinstprivatwäldern. “Dazu muss gewährleistet sein, dass sowohl die staatlichen Forstverwaltungen als auch Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse auf ausreichend qualifiziertes Personal zurückgreifen können. Wir müssen mehr in die forstliche Ausbildung auf allen Ebenen investieren sowie attraktive Arbeitsplätze anbieten. Es darf keinen weiteren Personalstellenabbau in der Forstwirtschaft zur Sanierung der Haushalte geben“, betonte Schirmbeck.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat setzt sich dafür ein, dass mehr in die forstliche Grundlagenforschung investiert wird, um die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald besser zu verstehen. „Nur so können die richtigen Anpassungsstrategien gefunden und zeitnah umgesetzt werden“, sagte der DFWR-Präsident. Die Produktionszyklen im Wald seien sehr lang. Die forstlichen Forschungsanstalten müssten langfristig mit Personal und Finanzmitteln ausgestattet werden.

Die Anpassung der Wälder an ein sich veränderndes Klima wird den Laubholzanteil erhöhen. Schirmbeck: „Wir müssen nach neuen Wegen suchen und mehr Holzbau-Forschung betreiben, um Laubholz in eine höherwertige stoffliche Verwendung zu bringen.“

 

Für mehr Informationen lesen Sie den Artikel von EURACTIV

Grüne-Woche-Wald für Treuenbrietzen DFWR

Präsident Schirmbeck: „Mit den neuen Bäumen helfen wir den Waldbesitzenden und entlasten das Klima.“

Im Dürresommer 2018 verbrannten im August zirka 400 Hektar Wald im brandenburgischen Treuenbrietzen. Es war der zweitschlimmste Waldbrand seit 1983 in Brandenburg. „Wir pflanzen heute einen neuen Wald für Treuenbrietzen, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) am Samstag (16. März), bei einer gemeinsamen Pflanzaktion in der Gemarkung Bardenitz.
Rund 5.000 Bäume haben Besucherinnen und Besucher der Internationalen Grünen Woche Ende Januar 2019 in Berlin bei einer Mitmachaktion auf dem Stand der deutschen Forstwirtschaft errudert. „Alle wollten beim Grüne-Woche-Wald mithelfen und das zeigt, dass der Wald den Menschen nicht egal ist“, betonte Schirmbeck. Der Klimawandel und seine Folgen fordere Waldbesitzende und Forstleute viel ab. Dafür benötigten sie jede Unterstützung von Politik und Gesellschaft.
Der Verband deutscher Forstbaumschulen (VDF) und weitere regionale Forstbaumschulen stiften für die Pflanzaktion insgesamt 25.000 Bäume und pflanzen selbst mit. „Wir helfen den Waldbesitzenden nach der Brandkatastrophe mit hochwertigem Pflanzgut“, sagte VDF-Geschäftsführer Alain Paul. Die Forstbaumschulen sind vor allem im Klimawandel wichtige Partner für die Forstwirtschaft. Auf den zerstörten Waldflächen soll rasch wieder Wald wachsen, der an Boden und Klima am besten angepasst ist. „Die großen Schäden, die am deutschen Wald letztes Jahr infolge von Sturm, Insekten und Dürre entstanden sind, können nicht allein durch natürliche Verjüngung des Waldes behoben werden. Für einen klimaflexiblen Wald benötigen wir die Forstbaumschulen an unserer Seite, mit ihrem Knowhow und mit Forstpflanzen von hoher Qualität“, betonte Schirmbeck.
Auszubildende der Waldarbeitsschule Kunsterspring, vom Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB), zeigen den Waldbesitzenden und Interessierten, was bei einer Pflanzung zu beachten ist, damit die Bäume gut anwachsen und in 30 bis 40 Jahren wieder einen klimastabilen Wald bilden können.
„Wir freuen uns über die Initiative von DFWR und VDF sowie über die Organisation und Begleitung durch den Landesbetrieb Forst Brandenburg. Sie setzen ein wichtiges Zeichen für den Wiederaufbau in der Waldgenossenschaft und für den Zusammenhalt in der Branche“, sagte Thomas Weber, Stadtforstdirektor und Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg.
Die Prognosen zu den Schäden durch Insekten für den deutschen Wald 2019 sind nicht gut. Georg Schirmbeck: „Um eine Katastrophe für den deutschen Wald in diesem Jahr abzuwenden, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Wiederaufforstung und Waldschutz dürfe dabei kein regionales Projekt bleiben, weil der Klimawandel grenzenlos ist.“
Brandenburg habe schon viel erreicht, wie zum Beispiel die Finanzierung von Löschbrunnen. „Trotzdem benötigen die Waldbesitzenden in Brandenburg weitere Unterstützung beispielsweise für Waldflächen, die durch Kampfmittel belastet sind sowie beim Waldwegebau und bei den Auflagen von Naturschutzbehörden“, betonte Weber.
Weitere Informationen:
Gepflanzt wird auf einer 3,24 Hektar großen Fläche im Wald der Waldgenossenschaft Bardenitz e.G. Insgesamt sollen dort 100 Hektar verbrannter Wald der Genossenschaft nach und nach wieder neu angelegt werden.
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.