EU-Symposium Wald trifft Politik

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Der Grüne Deal wird nur mit der Wald- und Holzwirtschaft erfolgreich sein!“

Berlin, 15. Januar 2020. Die Forstwirtschaft in Deutschland und in Europa steht vor großen Herausforderungen. „Der Klimawandel kennt keine Grenzen. Deshalb benötigen wir den Schulterschluss mit allen Akteuren der Wald- und Holzwirtschaft in Europa“, betonte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates im Rahmen des EU-Symposiums. Unter Einbindung der Europäischen forstlichen Dachverbände CEPF (Privatwald), EUSTAFOR (Staatswald), FECOF (Gemeindewald), dem kroatischen Waldbesitzerverband und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veranstaltete der DFWR die parlamentarische Veranstaltung bereits zum dritten Mal im Deutschen Bundestag.

Frau Dr. Müller, Abteilungsleiterin im BMEL betonte in ihrem Impulsvortrag, dass die Nachhaltige Waldbewirtschaftung die Lösung für den Klimaschutz ist. Nur mit einer nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft in Deutschland und in Europa können die ambitionierten Ziele eines Grünen Deals erreicht werden. „In Deutschland reduzieren Wald und Holz die CO2-Emissionen jährlich um 14 Prozent bzw. um 127 Mio. Tonnen“, betonte Schirmbeck. „Ohne diese Einspareffekte wird der Green Deal und damit der Klimaschutz in Europa nicht funktionieren. Deshalb wird sich der DFWR dafür einsetzen“, sagte Schirmbeck. Der Grüne Deal muss über den Klimaschutzaspekt und die Biodiversität noch viel stärker die gesamte Multifunktionalität von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und die anschließende Verwendung des nachhaltigen Rohstoffes Holz, zum Beispiel im Holzbau, berücksichtigen. In diesem Zusammenhang kommt auch einer Stärkung der EU-Waldstrategie eine ganz wesentliche Rolle zu und damit Deutschland, das turnusgemäß in der zweiten Jahreshälfte den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft übernimmt und damit auch die Möglichkeit der Gestaltung von forstlichen Themen.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es insgesamt rasch mutiger Entscheidungen bedarf, um das Klima zu schützen. Klimaschutz in der EU ist eine wesentliche Voraussetzung, wenn wir den Wald mit all seinen überlebensnotwendigen Funktionen für die Menschen erhalten wollen und damit seine vielfältigen Ökosystemleistungen. Für die Zukunft unseres Waldes bedarf es deshalb einer entsprechenden Unterstützung der Waldbesitzenden und die umfassende Betrachtung und Honorierung von Ökosystemleistungen, wie Ivo von Trotha (CEPF) anschaulich präsentierte.

Der Mensch brauche den Wald. Wälder seien kulturell geprägt und wesentliche Lebensgrundlage, brachte es Pierre Grandadam, Bürgermeister und Präsident der kommunalen Waldbesitzer FECOF auf den Punkt. Die Beteiligung der Waldbesitzenden in politische Prozesse sei unverzichtbar. Denn Ziele könne man nur gemeinsam mit den Waldbesitzenden erreichen.

EUSTAFOR-Präsident Reinhart Neft hob schließlich in seinem Impuls noch einmal deutlich hervor, dass die aktive und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder Grundvoraussetzung für einen gesunden Wald mit all seinen Leistungen ist, von der CO2-Speicherwirkung von Waldökosystemen bis hin zur waldtypischen Biodiversität.
Abschließender Konsens bestand darin, dass sich die Akteure der Waldwirtschaft noch stärker vernetzen und mit einer Stimme sprechen müssen: „Gemeinsam für den Wald“. „Wir müssen uns außerdem noch viel stärker dafür einsetzen, das politische Entscheidungen mit Einfluss auf unsere Wälder, gemeinsam mit seinen Bewirtschaftern auf Basis wissenschaftlicher fundierter Grundlagen und Praxiswissen von Experten getroffen werden“, betonte Schirmbeck.

Weitere Informationen:
 
 
Green Deal
Die Europäische Kommission hat am 11. Dezember den Green Deal vorgestellt. Gleichzeitig wurde eine Reihe von Politikinitiativen präsentiert, die dafür sorgen sollen, dass Europa das Ziel von Netto-NullEmissionen bis 2050 erreicht. Mit einem riesigen Investitionsprogramm will die EU-Kommission eine Billion Euro in die Gestaltung der Klimawende in Europa investieren.

Die Europäischen forstlichen Dachverbände:
Europäischer Privatwaldbesitzerverband (The Confederation of European Forest Owners) CEPF Europäische Gemeindewaldbesitzerverband (Fédération Européenne des Communes Forestières) FECOF Europäischer Dachverband staatlicher Forstbetriebe (European State Forest Association), EUSTAFOR

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.
 
70 Jahre DFWR
Am 12. Januar 1950 wurde der DFWR als Nachfolgeorganisation des 1919 eingerichteten und 1934 von den Nationalsozialisten aufgelösten Reichsforstwirtschaftsrat geründet. Seither gibt der DFWR dem grünen Drittel Deutschlands mit über zwei Millionen Waldbesitzenden eine forstpolitische Stimme und setzen uns mit gebündelter Kraft für forstpolitische Interessen ein. Das Jubiläumsjahr 2020 möchte der DFWR mit seinen Mitgliedern und Partnern ein Jahr lang bei zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen feiern und die Basis für die weitere zukünftige Verbandsarbeit legen. Den Auftakt machen im Januar das Europa-Symposium sowie die Internationale Grüne Woche (IGW) vom 17.– 25.1.2020.

Ohne Ihn kein Weihnachten

DFWR-Geschäftsführer Thoma: „Natürlich gewachsene Weihnachtsbäume aus der Region haben eine bessere Ökobilanz“
 
Berlin 05. Dezember 2019: Das zu Ende gehende Jahr hat den Waldbesitzenden und Forstleuten viel abverlangt. Dürre- und Insektenschäden als Boten des Klimawandels haben dem Wald schwer zugesetzt. Umso wichtiger in der Weihnachtszeit einmal kurz inne zu halten und Kräfte zu sammeln. „Nicht fehlen darf dabei natürlich ein echter Weihnachtsbaum aus der Region, den wir guten Gewissens in der Weihnachtszeit aufstellen können,“ sagt DFWR-Geschäftsführer Franz Thoma bei der Übergabe des diesjährigen Weihnachtsbaumes an den Deutschen Bauernverband. „Die Coloradotanne ist PEFC-zertifiziert und stammt damit nachweislich aus ökologisch, ökonomisch, und sozial nachhaltiger Waldbewirtschaftung aus Südbrandenburg“, betont Thoma.
 
Mit einem regionalen und PEFC-zertifizierten Weihnachtsbaum können Verbraucher sich sogar für unser Klima einsetzen. „Um das Klima zu schonen, sollten Weihnachtsbäume so regional wie möglich gekauft werden, z.B. direkt beim Förster oder auf dem Hof eines Erzeugers. Dies spart lange Transportwege und Treibstoffemissionen. Außerdem hilft der Einkauf vor Ort den Waldbesitzenden in der Region.“ Durch die Erlöse können sie in die Wiederbewaldung investieren und damit den Dürreschäden der letzten Sommer begegnen. Trotz Trockenheit und Borkenkäferbefall stehen übrigens auch in diesem Jahr wieder genügend Weihnachtsbäume aus heimischer Erzeugung zur Verfügung.
Natürlich gewachsene Weihnachtsbäume aus der Region haben nicht nur eine bessere Ökobilanz, sondern sind natürlich auch nachhaltiger als z.B. Plastiktannen, die immer öfter zum Einsatz kommen. Und echte Weihnachtsbäume besitzen noch viele weitere Vorteile: In den acht bis zwölf Jahren, in dem der Baum wächst, speichert er bereits große Mengen an klimaschädlichem CO2. Bei der Produktion eines künstlichen Baumes dagegen entstehen bis zu 48 Kilogramm CO2. „Wer sich für den klimakranken Wald engagieren möchte, muss nicht auf den Weihnachtsbaum verzichten oder zum Plastikbaum greifen. Viel wichtiger ist es, täglich Klimaschutz zu leben. Unser Engagement darf nicht am Waldrand aufhören, denn Klimaschutz ist der beste Schutz für den Wald“, betont der DFWR-Geschäftsführer.
Die meisten Weihnachtsbäume, die in diesem Jahr geerntet werden, sind zwischen acht und zwölf Jahre alt und haben dank ihrer gut ausgebildeten Wurzeln die trockenen Sommer relativ gut überstanden.
 
Fazit: Es gibt keinen Grund auf das echte Naturerlebnis „Tannenbaum“ in diesem Jahr zu verzichten.
Der DFWR wünscht eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit!
 
Weitere Informationen:
Etwa 24 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern. Zwischen 80 und 90 Prozent der Weihnachtsbäume kommen aus Deutschland. Eine der größten Weihnachtsbaumregionen ist das Sauerland. Rund jede dritte verkaufte Fichte und Tanne stammt von dort. Trägt ein Baum ein Bändchen beispielsweise mit dem PEFC-Siegel, ist er auf einem der bereits 27 zertifizierten Forstbetriebe aufgewachsen, die auf einen umweltverträglichen Anbau achten. Anders als auf herkömmlichen Weihnachtsbaumplantagen wird in PEFC-zertifizierten Kulturen beispielsweise der Einsatz von Düngemitteln und Herbiziden weitestgehend reduziert.

Wald und Wild im Klimawandel

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Gemeinsam Wildschäden am Wald vorbeugen“
 
 
Berlin 6. Dezember 2019: Der Deutsche Forstwirtschaftsrat hat Vorschläge für zentrale Regelungsbereiche für Jagdpachtverträge erarbeitet und sucht in der Waldkrise den Schulterschluss zu den Jägerinnen und Jägern. Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck: „Waldbesitzende und Forstleute können die vor ihnen liegende Jahrhundertaufgabe, der Anpassung der Wälder an den Klimawandel, nur gemeinsam mit den Jägern als Partner schaffen. Das Wild ist Teil des Waldes und bereichert Artenvielfalt. Wir sind gemeinsam dafür verantwortlich das beides eine Zukunft hat.“
 
 
„Mit der Ausgestaltung von Jagdpachtverträgen müssen Waldbesitzende und Jäger die richtigen Akzente setzen, damit sich der Wald gesund entwickeln und als wertvoller Lebensraum entfalten kann“, betont Schirmbeck. Der DFWR möchte die Vertragspartner mit Formulierungshilfen für Jagdpachtverträge unterstützen, um Wildschäden am Wald vorzubeugen. Diese sind auf der Webseite des Verbandes (www.dfwr.de) eingestellt und stehen zum kostenlosen Download zur Verfügung.
 
Waldbesitzende und Forstleute sind in den nächsten Jahrzehnten gefordert, den Wald weiter an den Klimawandel anzupassen und seine Resilienz zu stärken. Zu hohe Wilddichten können durch Verbiss und Schäle diesen Prozess stoppen und den Klimaschutzbeitrag der Wälder weiter einschränken. „Wir müssen alles dafür tun, die Kohlenstoffsenke Wald als wichtigen Beitrag für den Klimaschutz in Deutschland zu erhalten“, betont Schirmbeck. Zusammen mit dem CO2,was in Holzprodukten als Kohlenstoff gespeichert ist, können jährlich bis zu 14 Prozent der CO2-Emmissionen Deutschlands kompensiert werden. Schirmbeck: „Ohne diese Effekte kann die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele nicht erreichen.“
 
Die Auswirkungen des Klimawandels durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer haben den Wald und die Waldbesitzenden in Deutschland in eine zum Teil existenzielle Notlage gebracht. „Die anhaltende Trockenheit in diesem Jahr hat dem Wald schwer zugesetzt“, sagt Georg Schirmbeck. Der Umfang kalamitätsbedingter Holzanfälle steigt weiter an und hat mit 105 Mio. Kubikmeter Holz einen traurigen Rekord erreicht. Die Dürreperioden beeinflussen die natürliche Widerstandskraft der Wälder und begünstigen den Befall durch Schadorganismen. „Fast alle Baumarten sind betroffen, die wieder zu bewaldende Schadfläche ist mit bis zu 250.000 Hektar zweieinhalbmal so groß als Berlin“, betont Schirmbeck.
 
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu Wald und Wild und zu den Vertragsbausteinen für Jagdpachtverträge sind auf der Webseite des Verbandes eingestellt. 

Nationaler Waldgipfel

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Es ist Zeit anzupacken!“

Berlin 26. September 2019: Bundesministerin Julia Klöckner hatte gestern (Mittwoch 25.9.) Fachleute, Wissenschaftler und Entscheidungsträger aus Bund und Ländern angesichts der aktuellen Waldschäden zum Nationalen Waldgipfel nach Berlin eingeladen. Bereits das Klimakabinett unterstrich in der vergangenen Woche in seinem Klimapaket, dass die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und die Holzverwendung ein enormes Klimaschutzpotenzial haben. „Dieses Potential müssen wir jetzt heben“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates im Rahmen des Nationalen Waldgipfels.

Schirmbeck wies darauf hin, dass ohne die Klimaschutzfunktionen des deutschen Waldes und des nachwachsenden Rohstoffes Holz die Klimaziele der Bundesregierung nicht zu erreichen sind. Der aktuelle Bericht des Weltklimarates lässt keinen Zweifel, dass wir schnell Maßnahmen für mehr Klimaschutz ergreifen müssen.

Die von Bundesministerin Klöckner bereitgestellten 547 Mio. Euro sind ein erster, wesentlicher Schritt. „Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald haben zwischenzeitlich enorme Schaddimension erreicht und wir müssen befürchten, dass sich die Situation weiter verschärft“, betonte Schirmbeck. Aktuelle Zahlen des BMEL beziffern die Schadfläche mittlerweile auf 180.000 Hektar, so viel wie zweimal die Fläche Berlins. „Mit der Schadholzmenge von 105 Mio. Kubikmeter Holz können bis zu fünf Mio. LKW beladen werden, die hintereinander gereiht zweieinhalb Mal um den Globus reichen“, erklärte Schirmbeck.

Schirmbeck: „Wieweit die von Bund und Ländern zur Verfügung gestellten Mittel reichen wird die Zeit zeigen. Klar ist: je länger wir die dringend notwendigen Aktivitäten hinauszögern, umso teurer werden die notwendigen Maßnahmen.“ Vor diesem Hintergrund betonte Schirmbeck, dass es jetzt einer klugen und langfristigen Strategie bedarf, deren Finanzierung auch in künftigen Haushalten sichergestellt werden muss! Der Klimawandel und die Anpassung der Wälder werden Waldbesitzende und Forstleute noch Jahrzehnte beschäftigen. Sie stehen vor einer Generationenaufgabe, bei der sie unterstützt werden müssen!

Die zwei Millionen privaten, staatlichen und kommunalen Waldbesitzenden benötigen kurzfristig klare Aussagen der öffentlichen Hand, ob sie auf eine entschiedene unbürokratische Unterstützung vertrauen können. „Besonders die 96,5 Prozent kleinen Privatwaldbesitzer müssen motiviert werden ihre Wälder klima- und standortgerecht wieder zu bewalden, nach dem ihre finanziellen Reserven aufgezehrt sind“, betonte der DFWR-Präsident.

Schirmbeck erklärte, dass jetzt Bund und Länder gefordert seien zweckmäßige Maßnahmen auf die Fläche zu bringen. „Es ist Zeit anzupacken“, betonte der DFWR-Präsident.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat machte Vorschläge, wie den betroffenen Waldbesitzenden rasch geholfen werden kann.

Dazu zählen die Abschaffung des Grundbeitrages der Berufsgenossenschaft sowie die Abschaffung der Beitragspflicht für Forstflächen durch die Wasser- und Bodenverbände. Schirmbeck: “Diese beiden Maßnahmen sind kurzfristig möglich und entlasten vor allem die Kleinprivatwaldbesitzer, die wir in dieser schwierigen Zeit nicht verlieren dürfen!“

Mit Blick auf die Kleinprivatwaldbesitzenden schlägt der DFWR weiter vor, dass der Staat vor dem Hintergrund eines kollabierten Holzmarktes die Kosten für die Schadholzräumung übernimmt. Viele Waldbesitzenden haben keine Reserven mehr die Wiederbewaldung zu stemmen, deshalb muss auch sie komplett getragen werden, damit der Umbau in klimastabile standortgerechte Mischwälder nicht ins Stocken gerät. Vor diesem Hintergrund appellierte Schirmbeck an Bund und Länder. „Einige Länder müssen jetzt dringend ihre Förderpraxis überdenken und sie so gestalten, dass die bereitgestellten Mittel auch zeitnah abfließen können“, betonte Schirmbeck.

Kein Mischwald ohne angepasste Schalenwildbestände. Deshalb bittet Schirmbeck Bund und Länder, dort wo es Probleme gibt, auf die unteren Jagdbehörden einzuwirken, damit der neue Wald eine Chance hat zu wachsen. „Wir können die Verbiss-Probleme nur gemeinsam mit den Jägern lösen“, sagte der DFWR-Präsident.

Wald und Holz haben ein enormes Klimaschutzpotenzial und binden jährlich 127 Mio. Tonnen. Sie reduzieren die Co2-Emissionen Deutschlands um 14 Prozent. „Bauen mit Holz ist die wirksamste Möglichkeit CO2 langfristig aus der Atmosphäre zu verbannen. Die öffentlichen Bauherren müssen sich beispielhaft verhalten und viel mehr in Holz bauen“, fordert der DFWR-Präsident.

Schirmbeck: „Wenn es richtig ist, dass Verschmutzer der Atmosphäre Zertifikate kaufen müssen, dann müssen Waldbesitzende, die die Luft, das Wasser und den Boden verbessern und zusätzlich ihre Wälder für Freizeit, Sport und Erholung öffnen, einen finanziellen Ausgleich für diese Ökosystemleistungen erhalten. Deshalb müssen wir jetzt auch im Rahmen des Zertifikatehandels daran arbeiten den Beitrag des Waldes zur Bindung von CO2 aktiv zu unterstützen und weiter Anreize für die Anpflanzung und Bewirtschaftung von Wäldern zu setzen.“

Eine erfolgreiche Forstwirtschaft und ein gutes Klima sind nur zu erreichen, wenn auf allen Ebenen in Aus- und Fortbildung investiert wird und die sachlich notwendigen Planstellen in Wissenschaft, Forschung und forstwirtschaftlicher Praxis geschaffen werden.

 

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

Kontakt:

Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.

Geschäftsführer Franz Thoma

Pressesprecher Sebastian Schreiber

Claire-Waldoff-Straße 7

10117 Berlin

Tel.: 030-31904 560

Fax: 030-31904 564

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Klimakabinett: Wald und Holz schützen das Klima!

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Nationaler Waldgipfel muss jetzt die Weichen für die Zukunft des Waldes und der Waldbesitzenden stellen!“

Berlin 25. September 2019: Bundesministerin Julia Klöckner hat für heute (Mittwoch) die Spitzen der Verbände von Forstwirtschaft, Holzwirtschaft, Jagd und Naturschutz zum Nationalen Waldgipfel nach Berlin eingeladen. Es geht jetzt um konkrete Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald. Insbesondere im Zusammenhang mit den Beschlüssen des Klimakabinett der Bundesregierung von letztem Freitag (20.09.) muss der Waldgipfel jetzt liefern.

Das Klimapaket weist auf das enorme Klimaschutzpotenzial durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und der Holzverwendung hin. „Das begrüßen wir ausdrücklich als einen wesentlichen ersten Schritt. Wenn wir die ambitionierten Klimaziele erreichen wollen, braucht es jetzt aber weitere Schritte und Maßnahmen, die dieses Potential und damit den Wald noch deutlicher fördern!“, betont Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates. Denn insgesamt bleibt das Klimapaket der Bundesregierung hinter den Möglichkeiten für einen wirksamen und dringend notwendigen Klimaschutz zurück. Umso wesentlicher ist es jetzt eine umfassende und langfristige Finanzierung zum Erhalt des Klimaschutzbeitrages durch den Wald zu erreichen," betont der DFWR-Präsident. Allein die Anpassung der Wälder an den Klimawandel wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Insgesamt umfasst das Klimaschutzpaket allein für die nächsten 4 Jahre rund 54 Milliarden Euro. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat fordert deshalb ein deutliches Zeichen und finanzielle Unterstützung von Seiten der Bundesregierung aus dem Topf des Klimaschutzpakets. Geld aus der CO2-Bepreisung für den Klimaschützer Wald und seine Bewirtschafter muss grundsätzlich zur Verfügung stehen. Auch im Hinblick auf die Honorierung der vielfältigen Ökosystemleistung. Darüber hinaus muss jetzt auch weitergedacht werden, im Rahmen des Zertifikatehandels den Beitrag des Waldes zur Bindung von CO2 aktiv zu unterstützen und Anreize für die Anpflanzung und Bewirtschaftung von Wäldern zu setzen.

In Zusammenarbeit mit den Bundesländern gilt es finanzielle Hilfen schnell und unbürokratisch den Waldbesitzenden zur Verfügung zu stellen. „Zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland benötigen jetzt klare Aussagen der öffentlichen Hand, ob sie auf eine entschiedene unbürokratische Unterstützung vertrauen können“, betont Schirmbeck. Besonders die kleinen Privatwaldbesitzer müssen motiviert werden Ihre Wälder klima- und standortgerecht wieder aufzuforsten. Schirmbeck „Bund und Länder müssen die Kosten der Schadholzräumung in nennenswerten Umfang übernehmen, bzw. für die Wiederbewaldung zu 100 Prozent tragen.“

Gemischte, bunte und klimastabile Wälder sind das Ziel, das wir jedoch nur mit angepassten Wildbeständen erreichen. Die Voraussetzungen dafür sind zu schaffen.Wir müssen jetzt die Weichen stellen für den Erhalt einer breiten Baumartenpalette und offen sein für klimaresistente Baumarten, auch aus nicht heimischen Herkünften“, so Schirmbeck. Schließlich gilt es das Bauen mit Holz zu fördern, um mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz zur langfristigen Bindung von CO2 beizutragen sowie energieintensive Materialien wie Alu, Stahl und Beton und fossile Brennstoffe klimafreundlich zu ersetzen.

Die Forstwirtschaft hat den Klimawandel nicht verursacht, leidet aber darunter. Deshalb muss jetzt gehandelt werden! Je länger wir die dringend notwendigen Aktivitäten hinauszögern, umso teurer werden die notwendigen Maßnahmen. Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz und wesentliche Grundlage für eine nachhaltige Zukunft!

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

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Ohne Waldbewirtschaftung setzen wir unsere Zukunft aufs Spiel!

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Wald und Holz schützen unser Klima!“

Berlin 19. September 2019: Am morgigen Freitag will die Bundesregierung Beschlüsse fassen und Maßnahmen zur Erreichung Ihrer Klimaziele vorstellen. „Wir brauchen jetzt wirksame Klimaschutzmaßnahmen, um der Erderwärmung etwas entgegen zu setzen und unsere Wälder zu erhalten“. „Uns läuft die Zeit davon. Die Folgen des Klimawandels verändern den Wald dramatisch mit Konsequenzen für unser Leben und unsere Zukunft“, sagt der Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck.

Bereits heute erzielen wir durch die Waldbewirtschaftung und anschließende Holznutzung einen enormen Klimaschutzbeitrag. „Diesen Klimaschutzbeitrag dürfen wir nicht in Gefahr bringen“, so Schirmbeck. Die gesteckten Klimaziele können nur mit einer Waldbewirtschaftung und der Bereitstellung des nachhaltigen Rohstoffes Holz erreicht werden. „Wald und Holz ist die Chance für den Klimaschutz“, betont Schirmbeck. „Wenn uns unsere Zukunft etwas wert ist, dann muss die Gesellschaft und die Politik jetzt handeln. Es wäre fahrlässig, wenn das Klimakabinett in Ihrem Gesamtpaket keine entsprechenden Maßnahmen zur Förderung der Waldbewirtschaftung und Waldbesitzenden mit aufnimmt“.

Aktive Waldwirtschaft und das Verwenden von Holz entlasten das Klima jährlich um 127 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Umso naheliegender ist es, bei der viel diskutierten CO2-Bepreisung den positiven Klimaschutzeffekt der Wald- und Holznutzung zu berücksichtigen und Maßnahmen zum Beispiel zum Walderhalt, Waldumbau und Wiederbewaldung daraus zu finanzieren, bzw. die Möglichkeit zu schaffen aus diesen Maßnahmen CO2-Zertifikate zu generieren.

Über 110.000 Hektar Wald sind in Folge des Klimawandels durch Sturm, Dürre und Schadorganismen verloren gegangen, die jetzt wiederbewaldet werden müssen. „Die Auswahl geeigneter Bäume, die klimastabile und resiliente Mischwälder hervorbringen, ist derzeit die größte Herausforderung“, betont Schirmbeck. Die Waldwirtschaft im Klimawandel ist besonders schwierig, weil es keine Patentrezepte und einfachen Lösungen gibt. „In der Folge des Klimawandels verschieben sich beispielsweise die natürlichen Verbreitungsgebiete der Baumarten im Bundesgebiet, so dass sich die Forstwirtschaft neu orientieren muss“, erklärt der DFWR-Präsident.

Schirmbeck: „Der Nationale Waldgipfel nächste Woche am 25. September wird zusätzlich zu den Ergebnissen des Klimakabinetts richtungsweisend für unsere Wälder und unsere Zukunft sein. Vor uns liegt eine Herkulesaufgabe, die mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Deshalb ist die Bundesregierung gefordert, vor allem eine langfristige Finanzierung für den Walderhalt und seine Klimaschutzleistung sicherzustellen“.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

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