Faktenbasierten Klimaschutz mit Wald und Holz voranbringen!

Berlin, 03.11.2016: „Wir begrüßen die klare Haltung des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt zum Klimaschutzplan 2050 [KSP] und stehen als Branche geschlossen hinter ihm. Ambitionierter Klimaschutz kann nicht unter unangemessenem Zeitdruck und ohne entsprechende Berücksichtigung umfassender wissenschaftlicher Erkenntnisse gelingen!“, so Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates [DFWR].

Der DFWR hat in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt darauf hingewiesen, dass die ambitionierten Klimaschutzziele von Paris für den Fortbestand unserer Wälder sowie eine lebenswerte Zukunft essentiell sind. Deshalb befürwortet der DFWR ausdrücklich die Initiative der Bundesregierung, den Klimaschutz als prioritäres Staatsziel im globalen Kontext zu verfolgen. Die Bundesregierung schafft damit die Grundlagen für eine nachhaltige Wald- und somit Gesellschaftsentwicklung. Der vom Bundesumweltministerium vorgelegte Entwurf des Klimaschutzplans 2050 lässt wesentliche Beitragsmöglichkeiten des waldbasierten deutschen Wirtschaftsclusters Forst & Holz jedoch unberücksichtigt.

Das Dokument ist somit nicht geeignet, dem Anspruch eines bundesdeutschen Leitbildes bzw. Maßstabes gerecht zu werden. Die gegenwärtigen Positionen widerstreben nicht nur vielfach den Klimaschutzzielen, sondern gefährden den Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes als das für die Lebensraumsicherung und den Klimaschutz bedeutungsvollste Landökosystem.

„Wir haben dem Bundesumweltministerium unsere guten Argumente, die auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, an verschiedenen Stellen mitgeteilt. Wir wollen nicht Klimaschutz verhindern, sondern zusätzliche Klimaschutzpotentiale einbringen. Es scheint aber so, als wolle Umweltministerin Hendricks einen Klimaschutzplan ohne die Anhörung der Hauptbetroffenen verabschieden. Ich kann nur noch einmal an das Umweltministerium appellieren, den Alleingang zu beenden, unsere Argumente aufzunehmen und damit die Klimaschutzeffekte des Klimaschutzplans 2050 erheblich zu steigern. Dies wäre im Sinne  eines international beispielgebenden Klimaschutzes und damit einer nachhaltigen Entwicklung von Wald und Menschheit!“, so Präsident Schirmbeck weiter.

Weiterführende Informationen unter: http://dfwr.de/index.php/positionen

Präsident des DFWR ruft die Branche Forst und Holz zu Pflanzaktionen für 2017 auf

Seit dem 13. Oktober 2016 ist es offiziell, die Fichte ist der Baum des Jahres 2017. Damit wurde vom Kuratorium „Baum des Jahres“ erstmals der wichtigste Holzlieferant in Deutschland gewürdigt. Die Forstwirtschaft in Deutschland begrüßt diese Entscheidung. Die Fichte ist ein wichtiges Rückgrat für die heimische Forst- und Holzwirtschaft, sie schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum und trägt maßgeblich zum Klimaschutz bei. Gleichzeitig ist sie aber auch vom Klimawandel bedroht.

„Wir dürfen die Fichte nicht verlieren, sondern müssen ihren Anteil dauerhaft auf geeigneten Standorten und in der Mischung mit anderen Baumarten sichern“, warnt Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates. „Die Fichte ist eine Schlüsselbaumart für die nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft und Identifikationsobjekt für ganze Regionen.“ Die Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen, die – wie Fichtenholz – nicht aufwendig chemisch oder technisch verändert werden müssen, können fossile und energieintensive Rohstoffe ersetzen. Das schont das Klima und verheißt auch für nachkommende Generationen eine bessere Zukunft.

Georg Schirmbeck ruft deshalb zu Pflanzaktionen und zu Veranstaltungen rund um die Baumart Fichte auf. Im Rahmen des „Tag des Waldes“ am 21. März oder „Tag des Baumes“ am 25. April bieten sich solche öffentlichkeitswirksamen Aktionen im besonderen Maße an. Die Branche Forst und Holz soll sich bewusst zu der Baumart Fichte bekennen und sich entschieden gegen das teilweise negative Image der Fichte stellen, indem für ihren Anbau auf geeigneten Standorten geworben wird.

 

Zum Hintergrund:

Nach 27 Jahren ‚Baum des Jahres‘ wurde erstmalig die Fichte gewählt. Mit einem Anteil von 25 % an der Waldfläche ist sie häufigste Baumart Deutschlands. Wie keine andere Baumart polarisiert die Fichte. Ihr Anbau wird unter Forstleuten, Waldbesitzenden und Naturschützern seit Jahrzehnten stark diskutiert, nicht erst seit den Jahrhundertorkanen des Jahres 1990.

Die Beliebtheit des Fichtenholzes hängt bis zum heutigen Tag auch mit dessen Eigenschaften zusammen: Fichtenholz ist ein wahrer Alleskönner und es eignet sich hervorragend zum Bauen und Konstruieren. Der Großteil des Fichtenholzes wird, im Gegensatz zu anderen Baumarten, hauptsächlich zum Bauen von Häusern eingesetzt. Daraus ergibt sich ihre besondere Leistung für den Klimaschutz: Durch die Verwendung von Fichtenholz als Baustoff oder auch als Energieträger werden andere klimaschädliche Stoffe wie Stahl oder Öl eingespart. Insbesondere durch die Verarbeitung zu Dachstühlen, Fußböden oder Möbeln wird Kohlenstoff der Atmosphäre entzogen und langfristig gebunden.

Die vielseitige Verwendung der Fichte in Verbindung mit ihrem schnellen Wachstum führen zu guten Erträgen der Waldeigentümer. Andererseits birgt der Anbau der Fichte in Reinbeständen auf ungeeigneten Standorten jedoch Gefahren durch Sturmschäden und Borkenkäferbefall. Deswegen setzt die Forstwirtschaft im Rahmen eines naturnahen Waldbaus seit Jahrzehnten auf die behutsame Umwandlung von reinen Fichtenwäldern in stabile Mischwälder. Anders als in der Landwirtschaft dauern diese Veränderungen aber, aufgrund des langsamen Wachstums der Bäume, viele Jahrzehnte.

 

Die Fichte:

In Deutschland kommt die Fichte, wissenschaftlicher Name Picea abies, von Natur aus in höheren Lagen der Mittelgebirge und den Alpen vor, wo sie oberhalb von 1.000 Metern auch oft natürliche Reinbestände bildet. Der gerade Stamm und der etagenweise Aufbau der Äste sind typisch für die Fichte. Die länglichen, braunen Zapfen hängen von den Zweigen herab und fallen im September zu Boden. Fichtennadeln sind spitz und stechen bei Berührung. Der Nähstoffbedarf der Baumart ist – bei guten Wuchsleistungen – gering. Stockt sie nicht standortgerecht, ist sie anfällig für Sturmwurf, Rotfäule und Borkenkäferschäden. Das Holz ist relativ leicht, fest und elastisch. Es eignet sich als Bauholz, für Möbel und als Rohstoff in der Papierindustrie. Seit knapp zwei Jahrhunderten prägt die Fichte den deutschen Wald. Ende des 18. Jahrhunderts war ein großer Teil der Wälder heruntergewirtschaftet, der Bedarf an Bauholz, Brennmaterial und Weidefläche groß. Die Fichte eignete sich als anspruchslose Baumart hervorragend zur Wiederaufforstung devastierter Standorte. Wo ursprünglich Laubwälder stockten, wuchsen bald reine Wälder aus gleichaltrigen Fichten heran, die große Mengen Holz lieferten.

Baum des Jahres 2017 - Die Fichte

Die Fichte ist Baum des Jahres 2017 – Vom Brotbaum zur bedrohten Art?

  • Fichte ist wichtigster Holzlieferant, Klimaschützer und gleichzeitig umstritten
  • Zukunft der Fichte durch den Klimawandel gefährdet

Berlin, 13.10.16: Die ‚Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung‘ hat die Fichte als Baum des Jahres 2017 ausgerufen. Damit wurde vom Kuratorium erstmals der wichtigste Holzlieferant in Deutschland gewürdigt. Die Forstwirtschaft in Deutschland begrüßt diese Entscheidung, denn sie schärft den Blick für den Spagat, vor dem die Forstleute stehen: „Selbstverständlich wird sich an der Baumart Fichte gerieben, weil sie in der Vergangenheit zum Teil nicht an den richtigen Orten gepflanzt wurde. Die Fichte ist ein wichtiges Rückgrat für die heimische Forst- und Holzwirtschaft, sie schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum und trägt maßgeblich zum Klimaschutz bei, ist aber gleichzeitig vom Klimawandel bedroht“, sagt Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates.

Nach 27 Jahren ‚Baum des Jahres‘ wird erstmalig die Fichte gewählt. Mit einem Anteil von 25 % an der Waldfläche ist sie häufigste Baumart Deutschlands. Wie keine andere Baumart polarisiert die Fichte. Ihr Anbau wird unter Forstleuten, Waldbesitzenden und Naturschützern seit Jahrzehnten stark diskutiert, nicht erst seit den Jahrhundertorkanen des Jahres 1990.

Dabei gilt die Fichte als Symbolbaum für eine gelungene Wiederbewaldung in Deutschland. Im Zuge der Wiedergutmachungs- und Schadenersatzleistungen nach den beiden Weltkriegen waren durch Zusatzhiebe und Mehreinschläge – so genannte „Reparationshiebe“ – in Deutschland riesige Kahlflächen entstanden. Beim Wiederaufbau unserer Wälder durch die deutsche Forstwirtschaft hat sich die Fichte seinerzeit große Verdienste erworben. Mit ihrer Hilfe konnten die kahlen Flächen zügig wiederbewaldet werden. Denn: Das Saatgut der Fichte war einfach und in großen Mengen zu gewinnen und somit ließen sich die dringend benötigten Pflanzen für die riesigen Kahlflächen einfach nachziehen.

Die Beliebtheit des Fichtenholzes hängt bis zum heutigen Tag auch mit dessen Eigenschaften zusammen: Fichtenholz ist ein wahrer Alleskönner und es eignet sich hervorragend zum Bauen und Konstruieren. Der Großteil des Fichtenholzes wird, im Gegensatz zu anderen Baumarten, hauptsächlich zum Bauen von Häusern eingesetzt. Daraus ergibt sich ihre besondere Leistung für den Klimaschutz: Durch die Verwendung von Fichtenholz als Baustoff oder auch als Energieträger werden andere klimaschädliche Stoffe wie Stahl oder Öl eingespart. Insbesondere durch die Verarbeitung zu Dachstühlen, Fußböden oder Möbeln wird Kohlenstoff der Atmosphäre entzogen und langfristig gebunden.

Die vielseitige Verwendung der Fichte in Verbindung mit ihrem schnellen Wachstum führen zu guten Erträgen der Waldeigentümer. Andererseits birgt der Anbau der Fichte in Reinbeständen auf ungeeigneten Standorten jedoch Gefahren durch Sturmschäden und Borkenkäferbefall. Deswegen setzt die Forstwirtschaft im Rahmen eines naturnahen Waldbaus seit Jahrzehnten auf die behutsame Umwandlung von reinen Fichtenwäldern in stabile Mischwälder. Anders als in der Landwirtschaft dauern diese Veränderungen aber, aufgrund des langsamen Wachstums der Bäume, viele Jahrzehnte.

Da die Fichte gut bei niedrigeren Temperaturen und hohen Sommerniederschlägen wächst, hat sie ein großes Problem mit dem drohenden Klimawandel.

„Wir dürfen die Fichte nicht verlieren, sondern müssen ihren Anteil dauerhaft auf geeigneten Standorten und in der Mischung mit anderen Baumarten sichern“, warnt Schirmbeck. „Die Fichte ist eine Schlüsselbaumart für die nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft und Identifikationsobjekt für ganze Regionen.“ Die Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen, die – wie Fichtenholz – nicht aufwendig chemisch oder technisch verändert werden müssen, können fossile und energieintensive Rohstoffe ersetzen. Das schont das Klima und verheißt auch für nachkommende Generationen eine bessere Zukunft.

 

Hintergrundinformation

In Deutschland kommt die Fichte, wissenschaftlicher Name Picea abies, von Natur aus in höheren Lagen der Mittelgebirge und den Alpen vor, wo sie oberhalb von 1.000 Metern auch oft natürliche Reinbestände bildet. Der gerade Stamm und der etagenweise Aufbau der Äste sind typisch für die Fichte. Die länglichen, braunen Zapfen hängen von den Zweigen herab und fallen im September zu Boden. Fichtennadeln sind spitz und stechen bei Berührung. Der Nähstoffbedarf der Baumart ist – bei guten Wuchsleistungen – gering. Stockt sie nicht standortgerecht, ist sie anfällig für Sturmwurf, Rotfäule und Borkenkäferschäden. Das Holz ist relativ leicht, fest und elastisch. Es eignet sich als Bauholz, für Möbel und als Rohstoff in der Papierindustrie. Seit knapp zwei Jahrhunderten prägt die Fichte den deutschen Wald. Ende des 18. Jahrhunderts war ein großer Teil der Wälder heruntergewirtschaftet, der Bedarf an Bauholz, Brennmaterial und Weidefläche groß. Die Fichte eignete sich als anspruchslose Baumart hervorragend zur Wiederaufforstung devastierter Standorte. Wo ursprünglich Laubwälder stockten, wuchsen bald reine Wälder aus gleichaltrigen Fichten heran, die große Mengen Holz lieferten.

Deutscher Forstwirtschaftsrat begrüßt Erhöhung der forstlich relevanten Haushaltsposten

Berlin, 28.10.2016: DFWR-Präsident Georg Schirmbeck begrüßt die Aufstockung der Bundesmittel für forstliche Belange. „Die deutsche Forstwirtschaft genießt weltweites Ansehen und ist Vorbild für eine nachhaltige Ressourcennutzung in Verbindung mit zahlreichen Wohlfahrtsleistungen für die Gesellschaft. Um die Herausforderungen u.a. mit Blick auf die steigende Weltbevölkerung und den Klimawandel meistern zu können, brauchen wir eine herausragende Forschung und die Einsicht in der Gesellschaft, dass der Wald und die deutsche Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag hierzu leisten. Daher begrüße ich ausdrücklich die zusätzlichen Bundesmittel für unsere Branche, bedanke mich beim Haushaltsauschuss des deutschen Bundestages und insbesondere bei Cajus Caesar MdB für sein persönliches Engagement im Sinne der deutschen Forstwirtschaft“, so Schirmbeck.

Die Forst- und Holzwirtschaft wird verstärkt mit drei Schwerpunktbereichen gefördert:

1. Für die „Nachhaltige nationale Waldwirtschaft“ werden zusätzliche 4 Mio. Euro (vorher 6 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt. Über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe [FNR] werden vornehmlich Projekte für die praxisorientierte Forschung und Entwicklung gefördert.

2. Die „Internationale nachhaltige Waldwirtschaft“ wird nunmehr mit 6,5 Mio. Euro gefördert, einem Plus von 1 Mio. Euro. Mit diesen Mitteln soll der jährlichen Zerstörung von 13 Mio. Hektar Waldfläche und dem damit verbundenen Kohlenstoffausstoß entgegengewirkt werden.

3. Im Rahmen der institutionellen Förderung erhält die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. zusätzliche 100.000 Euro, um mehr Menschen den Wald im Rahmen waldpädagogischer Angebote näher zu bringen.

Die Branche Forst und Holz ist angehalten, Projekte anzustoßen, die über diese Mittel gefördert werden können, um so einen Beitrag zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung und zum Klimaschutz zu leisten.

Deutscher Forstwirtschaftsrat begrüßt Berufung von Prof. Schraml in den Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung

Berlin, den 26.10.2016: Auf Initiative des Deutschen Forstwirtschaftsrates e.V. [DFWR] wurde Prof. Dr. Ulrich Schraml, Leiter der Abteilung Wald und Gesellschaft der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg [FVA], in den Rat für Nachhaltige Entwicklung [RNE] berufen. Die Berufung für die dreijährige Amtsperiode erfolgte zum 1. November 2016 durch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung berät die Bundesregierung seit 2001 bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und soll Projekte zur Umsetzung dieser Strategie vorschlagen. Außerdem trägt der Rat das Thema „Nachhaltigkeit“ in Gesellschaft und Öffentlichkeit hinein. Damit gibt der Rat „wichtige Impulse für die Politik und leistet unverzichtbare Beiträge, um das gesellschaftliche Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu stärken“, unterstrich Angela Merkel die Bedeutung des Rates. Da die Menschheit in den kommenden Jahrzehnten vor unglaublichen Herausforderungen, wie z.B. einem stetigen Bevölkerungswachstum und einem unbändigen „Rohstoffhunger“ steht, müssen Wald und Forst als Teil der Lösungsstrategie gesehen werden. Nur durch eine nachhaltige Nutzung der natürlichen (Wald-)Ressourcen und der Anerkennung der Klimaschutzleistungen von Wald sowie des geernteten Holzes (Produktspeicher, Substitutionsleistungen) lassen sich die ambitionierten Klimaschutzziele umsetzen.

Prof. Dr. Ulrich Schraml lehrt an der Albert-Ludwigs-Universität Forst- und Umweltpolitik. Das Themenspektrum seiner Arbeitsgruppe befasst sich schwerpunktmäßig mit Fragestellungen zur Nachhaltigkeit, Bioökonomie und wie Wälder sich nutzen und schützen lassen. Dazu zählen etwa die Forstwirtschaft im Privatwald, die Erholung im Wald, die Bedeutung des Waldes für das städtische Umfeld, der gesellschaftliche Umgang mit Wildtieren sowie die Einrichtung und das Management von Schutzgebieten. Dabei geht es Prof. Schraml vor allem darum, dass die Forschungsergebnisse für die mit dem Waldmanagement befassten Betriebe, Verwaltungen oder Verbände praktisch anwendbar sind. „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten sich aktiv in politischen Prozessen engagieren. Die Berufung in den Rat für Nachhaltige Entwicklung eröffnet mir die Möglichkeit, mein forstwissenschaftliches Wissen verstärkt in die Wirtschaft und Gesellschaft einzubringen, um wirkungsvolle Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wald zu entwickeln“, sagt Schraml.

1. Deutscher Waldtag Wald ist Klimaschützer und ein Multitalent

Berlin, 20.10.2016: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt MdB eröffnete am 18. Oktober den 1. Deutschen Waldtag in Berlin. In seiner Rede betonte Minister Schmidt die großartigen Beiträge des Waldes und der Holzverwendung zum Klimaschutz sowie die Bedeutung des Waldes für Wirtschaft, Naturschutz und Erholung.  Vorangegangen war eine Pflanzaktion mit 22 Forstwirtinnen und Forstwirten aus ganz Deutschland. Diesen dankte Minister Schmidt stellvertretend für alle, die im Forst tätig sind. Während der beiden Konferenztage diskutierten Politiker und Wissenschaftler aus Bund und Ländern mit Akteuren aus Forst- und Holzwirtschaft, Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie Sportverbänden.

Bei den Podiumsdiskussionen, Wald-Dialogen, Sessions und der Clusterkonferenz ging es um Themen wie Waldnaturschutz, Stärkung der Holzverwendung, Nutzungskonflikte im Wald sowie die Stärkung des Clusters Forst und Holz. Die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und Erholung knüpften in den Wald-Dialogen an die Dialogforen zur Waldstrategie 2020 von 2015 und 2016 an. Die Ergebnisse wurden von den Moderatoren der jeweiligen Workshops im Plenum vorgestellt und in der Fachkonferenz am 19. Oktober erörtert. Die Fachkonferenz war eine interne Veranstaltung, bei der die Leiterinnen und Leiter der Forstverwaltungen des Bundes und der Länder mit Vertretern der Verbände der Forst- und Holzwirtschaft, des Naturschutzes, der Jagd und der Erholung, Freizeit und Gesundheit gemeinsam diskutierten.

Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, dass der 1. Deutsche Waldtag als großes Treffen der Forst- und Holzbranche zu werten ist. Auch eine gemeinsame Herangehensweise in Bezug auf den Klimawandel wurde immer wieder bekräftigt. Geeignete Strategien zur Abschwächung des drohenden Klimawandels zu entwickeln und den Wald auf die Herausforderungen des bereits spürbaren Klimawandels vorzubereiten, ist eine zentrale und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Durch die Nutzung und die aktive Entwicklung des Waldes lassen sich klimaplastische Wälder schaffen. Nur diese garantieren eine stabile Senkenfunktion und liefern nachhaltig den Rohstoff Holz. Erst durch die Holznutzung entstehen, im Zuge einer langfristigen Bindung von Kohlenstoff in Holzprodukten (Produktspeicher) und durch die stoffliche sowie energetische Substitution, zusätzliche Klimaschutzleistungen.

Ministerialdirigent Dr. Alex Heider gelang es einen zutreffenden Bogen um die zweitägige Veranstaltung zu schlagen. Die Ergebnisse des 1. Deutschen Waldtages fasste er wie folgt zusammen:

  1. Das BMEL gründet eine Bundesplattform, auf der Forst, Erholung und Naturschutz sowie die Nutzer des Waldes vereint werden sollen,
  2. Zielkonflikte im Wald werden zukünftig an einem runden Tisch beim BMEL unter Beteiligung von Wissenschaft, Politik, Verbänden und Praktikern diskutiert und
  3. es gibt eine Charta Holz 2.0, in welche die Ergebnisse der Clusterkonferenz einfließen.

Dr. Heider lobte außerdem die besonderen Leistungen des Clusters und dass trotz der Heterogenität ein roter Faden erkennbar ist: Die Bestrebung die Leistungen, die die Forst- und Holzseite und der Naturschutz für die Allgemeinheit erbringen, in Wert zu setzen.

Georg Schirmbeck, als Vertreter der Plattform Forst und Holz und Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e.V., bedankte sich im Namen aller Teilnehmenden für die informative Veranstaltung des BMEL. Er unterstrich die gute Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen zwischen dem Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens und der Branche. Unter den beteiligten Akteuren der Veranstaltung warb Georg Schirmbeck dafür, neue Kooperationspartner – z.B. aus dem Erholungssektor – zu suchen und gemeinsam „das tolle Produkt Wald zu verkaufen und nach vorne zu bringen“. Nur durch eine gemeinsame Strategie und Kommunikation der Branche lassen sich Forderungen gezielt platzieren und damit im Gesetzestext implementieren. Georg Schirmbeck wörtlich: „Packen wir es an!“

Die Ergebnisse und Berichte, die in den kommenden zwei Jahren erarbeitet werden, sollen auf dem 2. Deutschen Waldtag 2018 vorgestellt werden.